Berlin - Ein kurzer Jubel auf der einen, ein kleiner Moment des Ärgers auf der anderen Seite. Ansonsten aber: Ruhe. Wieder einmal und fast schon gewohnt gab es auch diesmal kein Feedback von den Rängen in der Arena am Ostbahnhof. Dort hatte sich Alba Berlin am Dienstagabend beim 81:89 gegen Oldenburg im zwölften Bundesliga-Heimspiel erstmals geschlagen geben müssen. „Es tut natürlich weh“, sagte Aufbauspieler Jonas Mattisseck am Mikrofon von MagentaSport. Aber: „Es ist natürlich noch einmal etwas anderes, wenn die Fans hier wären. Dann wäre es etwas anderes, wenn man seine Heimspiele bis dahin gewonnen hat.“

Berlin gegen Oldenburg: Duell voller Erinnerungen

Bei den Gedanken an die Fans und der Konstellation Alba gegen Oldenburg kamen am Dienstag bereits vor dem Anpfiff zwangsweise Erinnerungen hoch. Erinnerungen an den 16. Februar des vergangenen Jahres und den Berliner Triumph im Pokalfinale. Erinnerungen an ein Spiel, das, weil es vor ausverkaufter Halle stattfand, unendlich weit weg und völlig aus der aktuellen Zeit gefallen zu sein scheint. Ebenfalls nur noch Erinnerungen waren die dazugehörigen Jubelarien im Block 212, wo am Dienstagabend ein Banner mit einer wichtigen Botschaft angebracht war. „Nicht hier, aber immer noch da“ war darauf zu lesen und wirkte wie ein Satz des Nichtvergessens.

Denn: Fans waren in dieser Saison nur zu Beginn und in kleiner Zahl zugelassen. Den Großteil der laufenden Spielzeit mussten die Alba-Anhänger bislang am Fernseher verfolgen, konnten ihr Team nicht unterstützen, wenn es mal nicht gut lief, nicht bejubeln, wenn es eine überragende Leistung zu sehen gab. Mit Maodo Lo, Simone Fontecchio und Ben Lammers waren am Dienstagabend drei Spieler im Alba-Kader, die noch nie vom Berliner Publikum in der Arena am Ostbahnhof getragen wurden.

Alba Berlin fehlt die notwendige Energie

Sie und der Rest des Teams hätten die Energie von den Rängen nur zu gerne aufgesogen und auf das Feld gebracht. Denn obwohl sich Oldenburg durch jeweils zwei Fouls von Nathan Boothe und Phil Pressey innerhalb der ersten zwei Minuten personell früh in der Partie selbst schwächte, konnte Alba Berlin das nicht nutzen. Gegen die physische Gangart der Gäste mussten sich die Hausherren jeden Wurf hart erarbeiten, allein im ersten Viertel hatten sie fünf Würfe weniger als Oldenburg genommen. Die Zahlen der weniger gesammelten Rebounds und der häufigeren Ballverluste sprachen, genau wie der Spielstand (19:24), nach den ersten zehn Minuten gegen Berlin. Und auch im zweiten Viertel bestimmte Oldenburg vor allem das Geschehen unter den Körben. Die Gäste sammelten dort nicht nur mehr Rebounds, sondern trafen dort auch ihre Würfe und gingen mit einem 46:32-Vorsprung in die Kabine.

Dass Alba Rückstände in der zweiten Halbzeit drehen kann, hatte die Mannschaft zuletzt bei den Siegen bei Khimki Moskau und am Sonntag in Ulm gezeigt. Gegen Oldenburg aber bekam das Team um Jonas Mattisseck die dafür notwendige Energie auch im dritten Viertel nicht auf das Parkett. Trefferquoten von 39 Prozent aus der Zweierdistanz und 32 Prozent hinter der Dreierlinie waren für eine Aufholjagd allerdings zu wenig. Alba Berlin verkürzte im Schlussabschnitt zwar noch einmal auf 81:85, aber auch Aufholjagden waren am Dienstagabend nicht mehr als Erinnerungen an andere Spiele.