Berlin - Eigentlich hätte es für die Profis von Alba Berlin am Sonntag nach Braunschweig gehen sollen. Bei den Löwen wollte der deutsche Meister den ersten Platz in der Hauptrunde der Basketball-Bundesliga (BBL) absichern und sich damit bis zur möglichen Finalrunde in den Play-offs den Heimvorteil erspielen. Aber: „Ausgerechnet vor dem letzten Heimspiel gegen Alba Berlin hat Corona unsere Löwen mit voller Wucht erwischt“, vermeldeten die Braunschweiger am Freitag und stellten gleichzeitig einen Antrag auf Spielverlegung, weil ihnen nicht die notwendigen acht Spieler zur Verfügung stehen würden.

Insgesamt zehn Spieler hatten sich infiziert, die BBL setzte die Partie daraufhin ab, „da es vor dem Beginn der Play-offs keinen Termin mehr gibt, um die Partie nachzuholen“, hieß es in einer offiziellen Mitteilung der Bundesliga. Alba Berlin und Braunschweig werden die Saison also mit 33 statt 34 absolvierten Spielen beenden, was zur Folge hat, dass die Abschlusstabelle für alle Mannschaften nach der Quotienten-Regelung (Siege geteilt durch die Anzahl der Spiele) berechnet wird. Bereits vor dem nun letzten Hauptrundenspiel am Dienstag (20.30 Uhr) bei Bayern München steht Alba Berlin damit bereits als Erster der Hauptrunde fest – kann selbst bei einer Niederlage bei den Bayern nicht von der Spitze verdrängt werden.

Deutscher Meister sind die Berliner in den vergangenen zwei Jahren geworden, zum letzten Mal Tabellenführer nach der Hauptrunde sind sie allerdings schon lange nicht mehr gewesen. Man muss schon bis in das Jahr 2009 zurückschauen, in dem sich Alba Berlin mit 26 Siegen und acht Niederlagen den ersten Platz der regulären Saison vor Göttingen sichern konnte, aber in den Play-offs bereits im Halbfinale mit 2:3 an Bonn scheiterte.

Bereits am 13. Mai wird Alba mit einem Heimspiel in die Play-offs starten. Ein wenig Atmosphäre hat ein Großteil der Mannschaft aber bereits am Wochenende geschnuppert. Da die Reise nach Braunschweig ausgefallen war, konnte die Mannschaft um Johannes Thiemann und Louis Olinde zum Kooperationspartner Lok Bernau fahren und das Team im entscheidenden Spiel um den Klassenerhalt in der 2. Bundesliga Pro B lautstark von den Rängen unterstützen. Und dieser Einsatz sollte seine Wirkung nicht verfehlen: Mit 84:69 setzte sich Bernau gegen Rhöndorf durch und bleibt damit in der Pro B.