Die Siegesfeier der Tischtennis-Frauen vom TTC Berlin Eastside dauerte am Sonntagabend deutlich länger als das Finale am späten Nachmittag gegen die DJK Kolbermoor. Nach drei Stunden hatten Matilda Ekholm, Gina Pota, Nina Mittelham, Shan Xiaona und Kathrin Mühlbach den Titelverteidiger mit 6:3 bezwungen (Hinspiel: 5:5) und konnten den fünften deutschen Meistertitel für den Verein bejubeln. Die Fete nahm ihren Anfang im Abacus-Tierpark-Hotel, wo sich das Team vor den Spielen trifft, danach ging es weiter in die Sky-Bar im Hotel Andel’s an der Landsberger Allee. Um Mitternacht war die Meisterparty noch nicht zu Ende.

Die Erleichterung war groß bei den Spielerinnen, Trainerin Irina Palina und den Verantwortlichen des Vereins, der zwischen 2014 und 2017 das deutsche Frauen-Tischtennis deutlich dominiert hatte und zu einer der besten Adressen auch im europäischen Raum aufgestiegen war. Doch in der Vorsaison musste das Team ungewohnte Rückschläge einstecken. Nationalspielerin Petrissa Solja nahm eine Auszeit wegen Überlastung, fiel die komplette Spielzeit aus. Dazu kamen die Schwangerschaften von Spitzenspielerin Shan Xiaona und von Kathrin Mühlbach. Der Meistertitel ging nach Kolbermoor. Der Verlust des Titels beschäftige Eastside lange und brachte Nachwehen bis in die Spielzeit 2018/19. Anfang Januar ging das deutsche Pokalfinale in eigener Halle gegen Kolbermoor mit 1:3 verloren. In der Champions League steigerte sich die Mannschaft und scheiterte erst im Halbfinale an Dr. Casl Zagreb, einem Team, gespickt mit chinesischen Spielerinnen. Hätte der TTC auch noch am Sonntag die Meisterschaft verspielt, wäre die Saison „eher bescheiden“ gewesen, so Manager Andreas Hain. So aber kann man stolz in die Zukunft schauen.

Ambitionierte Ziele

Das siegreiche Team bleibt komplett zusammen, alle Verträge sind verlängert worden. Da die Bundesliga der Frauen aber in der neuen Saison mit neun oder zehn Mannschaften spielt und es deshalb keine Play-offs geben wird, stellt sich Eastside breiter auf. „Hinzu kommt die Olympiaqualifikation für Tokio“, sagt Präsident Alexander Teichmann, „da sind alle unsere Spielerinnen stark beschäftigt.“

Mit der gebürtigen Chinesin Fu Yu, die seit Jahren für Portugal Erfolge feiert, konnte eine europäische Spitzenkraft verpflichtet werden. Fu Yu spielte zuletzt in Zagreb bei Dr. Casl. Mit der Inderin Archana Kamath, 18, stößt ein großes Talent zum Team, das für Indien bei Olympia 2020 und 2024 Medaillen holen soll. Kamath ist die aktuelle indische Meisterin und belegte Platz vier bei den Olympischen Jugendspielen. Mit dieser Personalpolitik verfolgt der Klub ambitionierte Ziele. Manager Hain sagt: „Unser Anspruch ist es, viele Titel holen.“