Berlin - Das Kopfsteinpflaster soll nach der deutlich verpassten WM-Medaille ganz schnell wieder Nils Politts Freund werden – am besten schon am kommenden Sonntag. „Bei Paris-Roubaix gibt es ja keine Berge, und im Flachen lief es heute richtig gut“, sagte der Kölner nach Platz 16 im Straßenrennen: „Jetzt heißt es erholen. Dann schauen wir mal, was in Roubaix geht.“

Wie er das prestigeträchtige und berüchtigte Rennen angehen muss, weiß Politt genau. 2019 stand der Fahrer vom deutschen Team Bora-hansgrohe bei der bislang letzten Ausgabe des Klassikers dicht vor dem Coup, nur dem belgischen Ex-Weltmeister Philippe Gilbert musste er den Vortritt lassen. 2020 fiel das Rennen wegen der Pandemie aus, in diesem Jahr wurde es aus diesem Grund vom angestammten Frühjahrs-Termin in den Herbst verlegt. Nach langem Warten will Politt endlich zuschlagen in der „Hölle des Nordens“.

Dies war dem 27-Jährigen beim WM-Straßenrennen in der belgischen Region Flandern nicht gelungen. „Ich weiß nicht, was an den Pflaster-Anstiegen los war, auf jeden Fall waren sie heute nicht meine Freunde“, beklagte Politt. Der abgekämpfte Tour-Etappensieger hatte sich auf dem knallharten Kurs einiges ausgerechnet, es im Finale früh mit einer Attacke versucht und sich mit einer Gruppe abgesetzt. Doch die Ausreißer wurden gestellt, Politts Kraftreserven waren aufgebraucht.