Budapest - Die Erleichterung war groß, nachdem der Kollaps Synchronschwimmerin Anita Alvarez aus den USA bei den Weltmeisterschaften in Budapest glimpflich abgelaufen war.

Die zweimalige Olympiasiegerin, die unmittelbar nach ihrer freien Solo-Kür im WM-Becken ohnmächtig geworden, untergegangen und von ihrer Trainerin Andrea Fuentes sowie einer weiteren Person gerettet worden war, schloss bereits einen Start im Team-Finale am 24. Juni nicht aus. Die Amerikanerin wollte sich einen Tag ausruhen, „und dann mit dem Arzt entscheiden, ob sie das Team-Finale in der Freien Kür schwimmen kann oder nicht“, sagte Trainerin Andrea Fuentes in einem Statement auf Instagram.

Angst vor dem Untergehen darf an nicht haben

„Wir wussten ja relativ schnell, dass ihr nichts passiert ist. Trotzdem beobachtet man das amerikanische Team mit anderen Augen, unterhält sich mit anderen Sportlerinnen über den Vorfall. Angst, dass uns auch so etwas passieren kann, haben wir aber nicht“, sagte Marlene Bojer, die in der Solo-Kür Platz zehn belegt hatte. Ihre Duett-Partnerin Michelle Zimmer ergänzte nach dem zwölften Rang des deutschen Duos in der Freien Kür: „Wir gehen im Training oft über unsere Grenzen. So wissen wir, dass es passieren kann. Aber Angst vorm Untergehen darf man in unserem Sport sowieso nicht haben.“

US-Trainerin kritisiert Sicherheitsvorkehrungen

Trainerin Fuentes hatte am Donnerstagmorgen Entwarnung gegeben: „Die Ärzte haben alle Vitalwerte überprüft und alles ist normal: Herzfrequenz, Sauerstoff, Zuckerwerte, Blutdruck, usw. ... alles ist in Ordnung“, schrieb Fuentes auf Instagram. Im Interview der spanischen Fachzeitung „AS“ kritisierte sie die Sicherheitsvorkehrungen des Wettbewerbs aber scharf.

„Als ich sie sinken sah, schaute ich zu den Rettern rüber, aber ich sah, dass sie nur geglotzt und nicht reagiert haben. Ich dachte: "Springt ihr nun rein oder nicht?"“ Da habe sie gehandelt. „So bin ich, ich kann nicht nur starren“, erzählte die aus Spanien stammende Fuentes, die von Medien ihrer Heimat als Heldin gefeiert wurde.

Die Rettungsaktion sei nicht einfach gewesen, betonte sie. Der Retter, der nach einiger Zeit in das Becken gesprungen sei, habe „in Wirklichkeit nicht viel geholfen“. „Man musste sie auf die Seite legen, damit sie kein Wasser schluckt und atmen kann. Er wollte sie auf den Rücken legen, und es kam zu einem kleinen absurden Kampf, in welche Position wir sie legen sollten.“

Auf dpa-Anfrage zu den Vorkommnissen reagierte der Weltverband Fina zurückhaltend. Die Fina stehe in engem Kontakt mit Alvarez, ihrem Team und dem medizinischen Personal, hieß es. „Frau Alvarez wurde sofort von einem medizinischen Team am Austragungsort behandelt und befindet sich in guter Verfassung.“