Spielberg - Die Verstappen-Festwochen in der Formel 1 gehen weiter: Bei der Rückkehr der Zuschauermassen in Spielberg hat Max Verstappen seinen dritten Grand-Prix-Sieg binnen 15 Tagen gefeiert und sich im WM-Duell mit Rekordchampion Lewis Hamilton deutlich abgesetzt. Beim Heimrennen seines österreichischen Red-Bull-Teams feierte der Niederländer einen Start-Ziel-Sieg vor Mercedes-Pilot Valtteri Bottas und Lando Norris im McLaren. Mercedes-Topstar Hamilton wurde nach einem Fahrfehler mit leicht beschädigtem Auto Vierter, sein WM-Rückstand auf Verstappen wuchs auf 32 Punkte an.

Sebastian Vettel verpasste in seinem Aston Martin nach der Strafversetzung auf Startplatz elf deutlich die Punkteränge. In der letzten Runde drehte er sich auf Platz 13 liegend nach einer Kollision mit seinem langjährigen Ferrari-Teamkollegen Kimi Räikkönen (Finnland) ins Kiesbett und wurde als 17. unmittelbar vor Mick Schumacher im Haas notiert.

Mercedes gerät immer mehr ins Hintertreffen

Vor Zehntausenden Landsleuten auf dem Red-Bull-Ring gewann Verstappen den Großen Preis von Österreich ebenso souverän wie den Steiermark-Grand-Prix vor Wochenfrist an gleicher Stelle. Mercedes, Weltmeisterrennstall der letzten sieben Jahre, gerät nach fünf Rennen in Folge ohne Sieg immer mehr ins Hintertreffen.

Die Erklärung: Mercedes entwickelt bereits mit Hochdruck seinen Rennwagen für 2022, wenn ein neues Reglement greift. Red Bull hingegen steckt weiter viel Energie in Updates für das aktuelle Auto – zumindest momentan zahlt sich das aus.

Das Wochenend-Highlight aus Mercedes-Sicht war die Vertragsverlängerung mit Hamilton bis Ende 2023. Red-Bull-Teamchef Christian Horner freute sich stellvertretend für viele auf die Fortsetzung des Duells Hamilton/Verstappen, auch wenn das Momentum immer mehr aufseiten des Bullenrennstalls und Verstappens ist.

„Die Leidenschaft brennt in Lewis“, sagte auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff: „Der harte WM-Kampf hat zusätzliche Funken entfacht. Lewis hat viel Freude daran, gemeinsam mit uns zu kämpfen.“

Gewaltige Unterstützung für Verstappen

Erstmals seit 70 Rennen stand kein Mercedes in den Top Drei der Startaufstellung – doch nicht nur deswegen ging Hamilton wenig zuversichtlich ins neunte Saisonrennen. „Wenn ich mir unsere Pace anschaue, müssen wir uns nicht mit dem Sieg beschäftigen. Das wird wohl ein Spaziergang für Max“, sagte der Brite.

Verstappen verteidigte seine Führung beim Start mühelos. Die beiden Mercedes profitierten von einem harten Zweikampf zwischen Norris und Verstappens Teamkollegen Sergio Perez, in dessen Folge der Mexikaner in den Kies fuhr und zurückfiel. Hamilton jagte nun den zweitplatzierten Norris, während sich Verstappen kontinuierlich absetzen konnte. Als Hamilton in der 20. von 71 Runden endlich an seinem jungen Landsmann vorbeikam, war Verstappen bereits neun Sekunden enteilt.

Hamilton hatte nun zwar ebenfalls freie Fahrt, doch wie schon in der Vorwoche verlor der 36-Jährige immer weiter an Boden auf Verstappen, der ungefährdet seinem 15. Formel-1-Sieg und dem fünften in dieser Saison entgegenfuhr. Nachdem Hamilton seinen W12 beschädigt hatte, wies Mercedes seine Piloten zum Platztausch an. Auch Norris schlüpfte an Hamilton vorbei.

Verstappen erhielt am Red-Bull-Ring gewaltige Unterstützung aus der Heimat. Die Corona-Beschränkungen in Österreich sind seit dem 1. Juli deutlich gelockert, so ist die Maskenpflicht für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete aufgehoben. Die Ränge entlang der Strecke waren beinahe wie in Vor-Pandemie-Zeiten gefüllt – die meisten der 62.000 Zuschauer trugen Orange.