Neben der Grippewelle sieht Union-Trainer Urs Fischer auch sportliche Baustellen

Beim 3:1-Sieg in der Generalprobe gegen MSK Zilina offenbaren die Eisernen beim Fehlen von Leistungsträgern defensive Probleme und Schwächen im Aufbau.

So richtig zufrieden konnte Union-Trainer Urs Fischer nach dem 3:1-Sieg gegen MSK Zilina nicht sein.
So richtig zufrieden konnte Union-Trainer Urs Fischer nach dem 3:1-Sieg gegen MSK Zilina nicht sein.Imago/Matthias Koch

Beim Blick auf das Ergebnis hätte die Stimmung eigentlich bestens sein müssen. Im sechsten Testspiel der Vorbereitung auf den Neustart der Fußball-Bundesliga am Sonnabend gegen die TSG Hoffenheim hatte der 1. FC Union Berlin zum sechsten Mal gewonnen – bei der Generalprobe den slowakischen Erstligisten MSK Zilina mit 3:1 (2:1) geschlagen. Und doch wollte bei Urs Fischer keine große Freude darüber aufkommen.

Natürlich nehme man aus Siegen in Vorbereitungsspielen eine gewisse Zuversicht für die Pflichtspiele mit. Aber: „Defensiv hat mir in der ersten Halbzeit nicht alles gefallen, da waren wir nicht konsequent genug. Und auch im Aufbauspiel hätten wir bessere Lösungen finden können“, sagte der Trainer der Eisernen. „Am nächsten Sonnabend werden wir sehen, wo wir wirklich stehen.“

In Sheraldo Becker und Rani Khedira fehlen zwei Leistungsträger

Vor 3000 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei erzielten Genki Haraguchi (21.), Danilho Doekhi (43.) und Kevin Behrens (80.) die Tore für die Berliner, Timotej Jambor gelang im letzten Test der Unioner in der 27. Minute per Foulelfmeter der zwischenzeitliche Ausgleich. Der in der zurückliegenden Woche vom VfL Wolfsburg verpflichtete Jerome Roussillon kam noch nicht zum Einsatz und war damit nur einer von zahlreichen Spielern, auf die Fischer verzichten musste.

Gegen die Slowaken standen dem Trainer in Sheraldo Becker, Sven Michel, Rani Khedira und Paul Seguin dabei auch ein paar wichtige Stützen nicht zur Verfügung. „Im Moment geht die Grippe wirklich um. Bei uns hat es doch den einen oder anderen erwischt. Ich hoffe, dass sie schnellstmöglich wieder zurückkommen“, so Fischer.

Urs Fischer hofft auf Rückkehr der erkrankten Spieler am Dienstag

Die Erkrankungen waren sicherlich einerseits auf die Umstellung vom sonnigen Wetter in Spanien auf das nasskalte Klima in Berlin zurückzuführen. Andererseits aber auch durch die Rückkehr in die eigenen Familien, in denen die Kinder die eine oder andere Erkrankung immer wieder schnell übertragen. „Ich hoffe, dass sie am Dienstag wieder ins Training einsteigen können“, so Fischer mit einem Lächeln.

Denn dort muss der Trainer vor dem Spiel gegen Hoffenheim an sportlichen Dingen arbeiten, die ihm im letzten Test nicht gefallen haben. „Am Schluss musst du präzise sein. Da haben wir uns in der ein oder anderen Situation im Aufbauspiel zu fest in Druck gespielt. Da musst du eine andere Lösung hinbekommen. Und wir hatten auch den ein oder anderen unnötigen Ballverlust. Das war mir manchmal zu einfach“, sagte Fischer nach der von den Ergebnissen her besten Vorbereitung in seiner Zeit beim 1. FC Union, die aus mehreren Gründen keinen wirklichen Grund zur Freude bot.