Darf in Freiburg erstmals unter Trainer Bruno Labbadia starten: Herthas Niklas Stark.
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BerlinDie Aufgabe war undankbar. Herthas Innenverteidiger Niklas Stark feierte in der zweiten Hälfte gegen Eintracht Frankfurt sein Debüt unter Trainer Bruno Labbadia, nachdem Dedryck Boyata, 29, nach einer Notbremse vom Platz geflogen war. In Unterzahl kam Stark zusammen mit seinem Kollegen unter die Räder, als Hertha nach einer 1:0-Pausenführung in 45 Minuten noch vier Treffer kassierte.

Dass die Berliner im zweiten Abschnitt in alte Muster zurückfielen, passte bei Starks Labbadia-Premiere ins Bild. Der Nationalspieler erlebt bisher ein Seuchenjahr. Zunächst verlor der 25-Jährige unter Jürgen Klinsmann im Herbst seinen Stammplatz, kommunizierte im Trainingslager in den USA im Januar offen Abwanderungsgedanken. Als Labbadia in der Corona-Zwangspause das Team übernahm und aus der Krise zum frühzeitigen Klassenerhalt führte, war Stark nur Zuschauer. Nach zweimaliger Quarantäne aufgrund des Kontakts zu einem Corona-infizierten Menschen verletzte sich der Franke vor dem Re-Start im Training an den Adduktoren – und musste zusehen, wie Boyata zusammen mit Jordan Torunarigha, 22, die zuvor so wacklige Abwehr stabilisierte.

Nun hat Stark am Dienstagabend in Freiburg die Chance, sich zurückzumelden. „Niklas wird Dedryck ersetzen. Daran gibt es nichts zu rütteln“, erklärt Labbadia vor der Partie im Breisgau und stärkt Herthas Vize-Kapitän den Rücken. „Er hatte ein paar Ausfallzeiten, wäre sonst ein Startelfkandidat gewesen", so Labbadia, der nach zwei Pleiten in Folge zurück in die Erfolgsspur will.

Hoffnung mache ihm dabei die Art und Weise, wie sein Team –bis auf die zweite Hälfte gegen die Eintracht – die Partien unter seiner Leitung angegangen sei. „Wir hatten eine gute Ordnung, eine hohe Bereitschaft und haben auch gut Fußball gespielt“, erklärt Labbadia. Dabei will er – auch aufgrund der angespannten Personalsituation – weiteren Talenten und bisher weniger zum Einsatz gekommenen Spielern das Vertrauen geben. „Jeder kann sich immer wieder zeigen. Wir haben null Probleme, junge Spieler reinzuhauen, es ist jetzt noch eine größere Chance auch für Spieler, die jetzt hinten dran waren“, erklärt Labbadia.

Für Stark ist es die Gelegenheit, die an ihm vorbeigezogenen Konkurrenten wieder zu überholen. „Wenn er die Chance bekommt, wird er mit seiner Klasse und seiner Erfahrung in der Lage sein, zuzuschlagen“, sagte Manager Michael Preetz bereits vergangene Woche. Boyata wurde für seine Notbremse gegen Frankfurt für ein Spiel gesperrt und stünde für das darauffolgende Duell gegen Leverkusen (Sonnabend, 15.30 Uhr) schon wieder bereit.