Neuer Hertha-Spielführer: Niemeyer erhält die Kapitänsbinde

Berlin - Die Spielführerbinde hat bei Hertha BSC in der vergangenen Saison, die mit dem Abstieg in die Zweite Bundesliga endete, gleich drei Profis kein Glück gebracht. Der alte Kapitän Andre Mijatovic wurde in Berlin nicht mehr gebraucht und wechselte zum FC Ingolstadt. Sein Stellvertreter Christian Lell verließ den Klub und ist noch immer ohne Verein. Und Lewan Kobiaschwili, der auch ab und an die Binde trug, ist nach den unschönen Vorkommnissen im Relegationsspiel gegen Düsseldorf, wo er den Schiedsrichter attackiert haben soll, noch bis zum Jahresende gesperrt.

Die neuen Kandidaten für das Kapitänsamt – Peter Niemeyer, Peer Kluge oder auch Torhüter Thomas Kraft – hielten sich lange verbal zurück Am Mittwoch hat Cheftrainer Jos Luhukay sich für Peter Niemeyer, 27, als Kapitän entschieden und zu seinem ersten Ansprechpartner bestimmt. Peer Kluge, 31, Zugang von Schalke 04, gilt als dessen Stellvertreter.

Hoher Stellenwert im Team

Niemeyer, begründete der Trainer seine Wahl, sei eine Persönlichkeit, habe in der Ersten und Zweiten Liga gespielt und besitze Lebenserfahrung – was auch für Kluge gelte. „Außerdem kann sich Niemeyer gegenüber den Medien gut artikulieren und kommunizieren. Sein Stellenwert im Team ist hoch.“

Luhukays Wahl ist eine logische Entscheidung. Die Spielweise des defensiven Mittelfeldmannes kann man mit rustikal und kämpferisch umschreiben, außerhalb des Rasens gilt er als eloquent und Mann der klaren Worte. Niemeyer, der im Münsterland nahe der niederländischen Grenze aufgewachsen ist, hat seine fußballerische Ausbildung beim holländischen FC Twente genossen und spielte danach einige Jahre für den SV Werder Bremen, wo er aber über den Status eines geschätzten Ergänzungsspielers nicht hinauskam.

Hertha BSC lieh ihn 2010 zuerst von Bremen aus. Niemeyer besaß hernach großen Anteil am sofortigen Wiederaufstieg in die Erste Liga, wurde für 700 000 Euro Ablöse gekauft, konnte aber später den Abstieg nicht verhindern. „Wir haben alle versagt“, erklärte er danach. Niemeyer ist ein Profi, der Anerkennung innerhalb der Mannschaft und des Vereins benötigt, um starke Leistungen abrufen zu können. In Bremen fehlte ihm das Gefühl, gebraucht zu werden. In Berlin hat er sich längst eine enorme Reputation erarbeitet. Das Kapitänsamt, soviel scheint sicher zu sein, wird Peter Niemeyer guttun.