Neuer Mittelstürmer bei den Eisbären Berlin: Louis-Marc Aubry - der Einschlag aus Kanada

Berlin - Bereits am Donnerstagvormittag zeichnete sich eine gewisse Entspannung ab im Kader der Eisbären. Die Reise zum Auswärtsspiel nach Augsburg (Freitag, 19.30 Uhr) müssen die Berliner zwar ohne ein halbes Dutzend Stammkräfte antreten. Mit Jonas Müller, zuverlässigster Verteidiger bis zu seiner Thrombose-Diagnose Ende November, und Darin Olver, der bis zum Anriss des Innenbandes im Dezember zweitbester Scorer war, kehren  zwei Hoffnungsträger zurück ins Team.

Am Nachmittag  konnten die Berliner dann endlich melden, dass ein Mittelstürmer gefunden wurde, der a) bezahlbar ist und b) den Anforderungen entspricht. Der Kanadier Louis-Marc Aubry kommt von den Grand Rapids Griffins aus der American Hockey League (AHL). Der 25-jährige Dritt-Runden-Draft-Pick der Detroit Red Wings (2010) soll Freitag in  München landen und abends dann gleich sein Debüt in Augsburg geben.

"Impact gefordert"

Einen „Impact“ verlangen die Verantwortlichen von ihrem Neuen, mit Toren, Vorlagen und seiner Präsenz soll er also die Grundfeste der Mannschaft erschüttern - im positiven Sinn. Calder Cup Champion ist seine wichtigste Referenz, mit seinem ehemaligen Team holte er 2012/2013 die Meisterschaft in der zweitklassigen AHL. Der Sprung in die NHL oder in die KHL blieb ihm bislang aber verwehrt. In 381 Spielen für den Klub aus Michigan erzielte er 36 Tore. Treffsicher präsentierte er sich auch schon im einen oder anderen Nahkampf.

„Wir haben ihn vor allem aufgrund der ungewissen Ausfalldauer von Julian Talbot verpflichtet“, sagte der Sportliche Leiter Stefan Ustorf. Auch durch die Verpflichtung von Charles Linglet am Montag haben die Eisbären also ihre größte Personalnot gelindert. Ganz allmählich darf Cheftrainer Uwe Krupp davon träumen, mal wieder vier komplette Sturmreihen auf das Eis zu schicken - ein Standard bei den Topteams -, und entsprechend oft die Formation wechseln zu können.

Kontingent für Importspieler ausgeschöpft

Elf Mann mit ausländischem Pass zählt der Eisbären-Kader mit den Zugängen jetzt, das Kontingent für Importspieler ist somit ausgeschöpft. Der Fall, dass  jemand auf die Tribüne muss, weil ja nur neun im jeweiligen Aufgebot stehen dürfen, wird so schnell aber nicht eintreten. Neben Talbot wird auch Micki DuPont wegen einer Ellbogenverletzung noch länger fehlen.

Obwohl Krupp nach dem 1:0 gegen Schwenningen am Dienstag wieder entspannter dreinschaute, hat ihn die Saison gelehrt, vorsichtig mit vermeintlichen Aufwärtstrends umzugehen: „Wir haben schon manchmal geglaubt, dass wir das Schlimmste überstanden haben.“ Eine Wendung hin zum Positiven käme sieben Spiele vor Ende der Hauptrunde gerade richtig.