Beim 2:2 in Fürth demonstrierten die Spieler des 1. FC Union erneut, warum die Erstligaträume des Vereins mit dem derzeitigen Kader nicht zu verwirklichen sind. Hektischer Spielaufbau, Fehler im Passspiel und mangelhaftes Verantwortungsbewusstsein Einzelner kosteten den Sieg. Am nächsten Tag, als sich die Fußballer durch ihr Regenerationsprogramm arbeiteten, gab Union prompt die nächste Verpflichtung bekannt: Dennis Daube, 25, kommt vom FC St. Pauli.

Aus der Sicht von Norbert Düwel bringt der zentrale Mittelfeldspieler die Qualitäten mit, die dem Team bislang fehlen. „Dennis ist ein robuster Mittelfeldspieler mit gutem Spielaufbau“, sagte der Union-Coach. „Er ist ein Typ, der bereit ist, Verantwortung zu übernehmen, und einer, der es schafft, Mitspieler und Fans mitzureißen.“ Mit sieben Vorlagen ist Daube in dieser Saison St. Paulis bester Wegbereiter.

Wie nötig Unions Aufbauspiel eine Aufwertung hat, zeigten die zurückliegenden Partien gegen die Teams aus der Abstiegszone, auch das Spiel in Fürth. An der Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive haperte es erneut, obwohl dass junge Mittelfeldduo Eroll Zejnullahu und Björn Jopek durch Damir Kreilach und Michael Parensen ersetzt worden war. Selbst die zweimalige Führung brachte keine Sicherheit. „Uns fehlt die Ruhe“, kritisierte Parensen. „Wir müssen im Ballbesitz souveräner werden und uns weiterentwickeln.“ Er klang so, als wolle er unbedingt an der Verbesserung mitarbeiten. Doch die Verpflichtung von Daube tags darauf macht seinen Verbleib noch unwahrscheinlicher. Schließlich heuerte mit Stephan Fürstner schon ein weiterer Mittelfeldmann an.

In Fürth durften sich die mitgereisten Fans aus der Nähe ansehen, wie der zukünftige Unioner das Spiel der Heimmannschaft anleitete. Wie ein Dirigent vor der Abwehr winkte und kommandierte Fürstner die Mitspieler in die zu besetzenden Räume und half ihnen gestenreich bei der Passauswahl. Seine eigenen Zuspiele kamen zu 80 Prozent an, bei Union lag die Quote knapp über 50 Prozent.

Früh haben sich die Union-Verantwortlichen um Verstärkungen bemüht, und seit sich die Eisernen mit dem Sieg gegen Daubes Paulianer aus dem Abstiegskampf befreit haben, schließen sich im Wochentakt neue Spieler an. Fürstner machte den Anfang, es folgten die Braunschweiger Benjamin Kessel und Raffael Korte. Alle sind sie Mitte 20, ablösefrei, haben etwas Erstligaerfahrung und kennen sich mit Drucksituationen im Auf- beziehungsweise Abstiegskampf aus. „Ich bin überzeugt davon, dass wir eine starke Truppe sein werden“, sagte Daube. Sein Vertrag gilt wie der der anderen Zugänge bis 2017.