Berlin - Am Ende lachte Christian Eriksen nur dank einer eher mittelmäßig gelungenen Fotomontage im neuen Trikot. Echte Eindrücke des Zugangs fehlten in dem Hochglanzvideo, mit dem der FC Brentford den dänischen Nationalspieler am Montag in der englischen Premier League begrüßte. Dennoch löste das Comeback Eriksens im Profifußball 233 Tage nach dem Drama von Kopenhagen jede Menge Emotionen aus – vor allem bei dem 29-Jährigen selbst.

Mit vier Bizeps-Emojis kommentierte Eriksen das Video seines neuen Klubs auf Twitter – und hatte zudem eine kurze Botschaft für die Fans parat. „Ich kann es nicht abwarten loszulegen“, sagte der Offensivspieler, der vorerst bis zum Saisonende beim Aufsteiger unterschrieben hat: „Hoffentlich sehen wir uns bald.“ Eriksen wird erst in den kommenden Tagen in London erwartet. Laut der Corona-Bestimmungen kann der frisch geimpfte Profi ab der kommenden Woche das Training mit seiner neuen Mannschaft aufnehmen.

„Es ist fantastisch, dass Christian nun zu uns gehört – auch wenn seine Verpflichtung natürlich länger als sonst üblich gedauert hat“, sagte Brentfords Sportchef Phil Giles mit Blick auf die umfassenden medizinischen Untersuchungen der vergangenen Tage: „Unsere Fans können sicher sein, dass wir unserer Sorgfaltspflicht in vollem Umfang nachgekommen sind. Christian ist in der bestmöglichen Verfassung, um in den Profifußball zurückzukehren.“

Tatsächlich hatte sich das kaum für möglich gehaltene Comeback schon zwei Wochen lang angedeutet – obwohl Eriksen in der Folge seines Herzstillstands beim EM-Spiel zwischen Dänemark und Finnland (0:1) am 12. Juni des vergangenen Jahres ein Defibrillator eingesetzt worden war. Jener Eingriff verhinderte die Fortsetzung von Eriksens Karriere bei Inter Mailand. Da in Italien das Spielen mit Defibrillator untersagt ist, löste Eriksen kurz vor Weihnachten seinen Vertrag beim Meister der Serie A auf.

Seinen Traum von der WM-Teilnahme am Jahresende wollte er aber nicht aufgeben. „Ich möchte wieder Fußball spielen“, sagte Eriksen zuletzt: „Es gibt keinen Grund, dies nicht zu tun.“ In den vergangenen Wochen trainierte Eriksen bei Juniorenteams seines Ex-Klubs Ajax Amsterdam, um fit zu werden. Auch auf der Insel ist Eriksen kein Unbekannter. Von 2013 bis 2020 spielte er beim Traditionsklub Tottenham Hotspur – der sich über die Rückkehr seines Ex-Profis freute. „Es ist schön, dich zurück in der Premier League zu sehen“, twitterten die Spurs.

Eriksens Teammanager bei Brentford ist sein Landsmann Thomas Frank – der seinen neuen Schützling bereits kennt. „Es ist schon eine Weile her, dass ich ihn trainiert habe“, äußerte der Coach beim Blick zurück auf Eriksens Zeit in der dänischen U17, die damals von Frank betreut wurde. „Wir haben die unglaubliche Chance genutzt, einen Weltklassespieler zu holen“, sagte Frank: „Er hat individuell hart gearbeitet, aber wir müssen ihn fit für die Spiele machen. Wir wollen ihn zurück zu seinem höchsten Level führen – darauf freue ich mich.“ Wie der Rest der Fußballwelt.