Es kommt selten vor, dass sich Bob Hanning in der Schmelinghalle direkt an die Zuschauer wendet. Doch sein Auftritt kurz vor dem Anpfiff der Partie gegen den THW Kiel war ihm ein Bedürfnis, auch, um Missverständnisse zu verhindern. Via Hallenmikrofon erläuterte der Geschäftsführer der Füchse Berlin, dass das Vereinsmaskottchen Fuchsi beim Frisör gewesen sei und im Urlaub etwas Bräune bekommen habe.

Was sich niedlich anhörte, hatte einen ernsten Hintergrund: Dasselbe Fabrikat des Maskottchenkostüms war „von einer Partei, die mehr als am rechten Rand steht“, wie Hanning sagte, für ihren Europa-Wahlkampf genutzt worden. Ein Kostüm, das die Füchse vor Jahren im Internet gekauft hatten, und das dort immer noch erhältlich ist. Pfiffe mischten sich unter die teilweise fassungslosen Gesichter.

Anhänger hatten den Verein zuvor angeschrieben, dass das Kostüm von der NPD missbraucht werde. Tatsächlich kursiert im Internet ein Foto mit einem Doppelgänger. Allerdings nicht im grünen Füchse-Trikot, sondern im blauen Shirt samt diffamierendem Spruch zu Asylanten. „Das Kostüm mutet freundlich an. Aber es kommt darauf an, was für ein Trikot man ihm überzieht“, sagte Hanning nach der Partie gegen Kiel. „Das, was da passiert ist, passt in keiner Weise zu uns als Familienverein, der wir sind. Wir haben da eine Nulltoleranzgrenze und lassen uns nicht zum politischen Spielball machen.“

Unter großem Jubel bekam der neue Fuchsi dann vor der Partie mitten auf der Spielfläche die volle Aufmerksamkeit der Zuschauer. „Wir haben versucht, uns ein bisschen ans alte Kostüm zu halten, aber trotzdem weit genug weg zu sein. Ich denke, das ist uns gelungen“, sagte Hanning. Das neue Maskottchen hat ein dunkleres Fell, einen spitzeren Kopf und große Kulleraugen. Ein Einzelstück, angefertigt von der Kostümbildnerin Kristina Weiß. Damit es nicht noch einmal zu einer solchen unangenehmen Dopplung kommen kann. (tin.)