Berlin - Natürlich hätte Eric Frenzel, der Olympiasieger von 2014 in Sotschi und 2018 in Pyeongchang, auch bei den Winterspielen in Peking bei der Titelvergabe in der Nordischen Kombination von der Normalschanze ein sportliches Wort mitreden wollen. Schon vor dem ersten Springer jedoch ist klar, dass es mit dem Titel-Hattrick für den 33-Jährigen am Mittwoch in jedem Fall nichts wird. Während die meisten Kombinierer sich seit ihrer Ankunft auf die Wettbewerbe vorbereiten, sitzt Frenzel im Quarantäne-Hotel in Isolation. Am Flughafen wurde der Kombinierer vergangene Woche positiv auf Covid-19 getestet, hofft seitdem jeden Tag auf den ersten negativen PCR-Test.

Und bis zuletzt auf positivere Bedingungen. Denn: „Das war schon ein recht großer Schock, als ich hier angekommen bin. Das war nicht das erwartete Hotel. Die Tapeten kamen leicht von den Wänden. Das war schon sehr ernüchternd“, sagte er in einem Video auf seinem Instagram-Account. Nach Kritik an der Unterbringung der Athleten habe er aber nun alles, was er brauche. Der Doppel-Einzel-Olympiasieger kann isoliert Sport machen, hat Zugang zu einem Fahrrad-Ergometer. Zudem hat er ein größeres Zimmer bekommen und darf sich sein Essen von der Speisekarte des Olympischen Dorfes aussuchen.

Das sind mehrere Lichtblicke für den Athleten, der zuvor in Deutschland so vorsichtig gewesen ist. „Ich habe zwei Jahre alles dafür getan, mich nicht mit diesem Virus anzustecken. Meine Frau und meine Familie haben alle möglichen Entbehrungen auf sich genommen. Wir sind alle in Isolation gegangen, die Kinder haben wir aus dem Kindergarten genommen, den Großen aus der Schule. Nun ist es doppelt ärgerlich, dass der ganze Aufwand nicht belohnt wurde“, so Frenzel.

Den ersten Schock hat er mittlerweile überwunden, mental gehe es bei ihm wieder bergauf. Genau wie der CT-Wert seiner PCR-Tests. Zwei negative Tests, zwischen denen mindestens 24 Stunden liegen, braucht er, um die Quarantäne zu verlassen. Und vielleicht nächste Woche auf der Großschanze starten zu können.