Neuzugang bei Alba Berlin: Warum Derrick Walton keinesfalls eine Notlösung ist

Für ein paar erste Worte blieb am Donnerstagvormittag keine Zeit. Derrick Walton ging auf direktem Weg in die Trainingshalle der Basketballer von Alba Berlin, um 10.52 Uhr betrat der neue Aufbauspieler erstmals dort das Parkett. Gerade rechtzeitig, um die Erwärmung mit seinen neuen Teamkollegen zu absolvieren. Ja, den Medizincheck, auf den man bei Verpflichtungen bei Alba seit November noch genauer schaut, hatte er zuvor bestanden. Anstelle des Aufbauspielers gab Himar Ojeda Informationen und der klang vor dem BBL-Pokalfinale am Sonntag in Bamberg (15 Uhr) begeistert. „Es ist nicht normal, dass man zu einer solchen Zeit noch gute Spieler bekommt“, erzählte Albas Sportdirektor, „im Oktober, November oder Dezember warten die Spieler immer noch und schauen nach ihren Optionen. Aber nicht im Februar.“

Normalerweise hätte auch Alba keine Ausschau nach einem Spieler gehalten, wäre da nicht die schlimme Verletzung von Stefan Peno vor anderthalb Wochen gewesen. „Wir haben versucht, diese Lücke zu füllen und jemanden zu finden, der uns helfen kann“, sagte Ojeda. Derrick Walton. 23 Jahre jung, aber schon mit der Erfahrung aus 16 NBA-Spielen für die Miami Heat und 17 Partien in der Euroleague für Zalgiris Kaunas ausgestattet, ist ein Spieler, den Albas Sportdirektor schon länger auf dem Zettel hat. Bereits im Sommer 2017 hätte er ihn gerne verpflichtet, beobachtete Waltons Entwicklung aber weiterhin. So machte es Ojeda auch mit Landry Nnoko und schlug im Dezember zu, als sich die Möglichkeit einer Verpflichtung ergab.

Etwas mehr als zwei Monate später passte es nun auch bei Walton. Ojeda war bei seiner Suche nach einem Ersatz für Stefan Peno aufgefallen, dass Walton zuletzt zwei Spiele in der Euroleague nicht auf dem Feld stand und auch seine Einsatzzeiten in der litauischen Liga nach unten gingen. Für Alba öffnete diese Situation eine Tür, die Anfrage hatte Erfolg. Eine Verpflichtung mit System also. „Es kann gut passen“, sagte Ojeda.

Bis zum Ende der Saison lässt sich Walton erst einmal auf Berlin ein. Eine weitere Spielzeit mit dem US-Amerikaner ist zumindest für Alba denkbar. Ojeda überlässt nichts dem Zufall. „Das ist eine Sache, auf die ich auch immer sehr achte. Er ist kein Spieler, den wir nur für einen gewissen Zeitraum verpflichten, damit er seinen Job erledigt“, sagte der Sportdirektor, „bei ihm habe ich das Gefühl, dass wir ihn halten können, wenn wir uns besser kennengelernt haben und die Situation passt.“

Moritz Wagner freut sich

Er lege bei Verpflichtungen sehr viel Wert auf den Charakter eines Profis. „Ich habe aus verlässlichen Quellen gehört, dass er ein guter Junge ist“, sagt Ojeda. Bestätigung dafür gibt es von Franz Wagner. Dessen Bruder Moritz hatte mit Walton am College in Michigan zusammengespielt. „Er hat mit ihm zwei sehr schöne Jahre am College gehabt, er war ein sehr guter Freund von ihm“, erzählt Franz Wagner, „mein Bruder hat sich gefreut, dass er hier unterschrieben hat.“

An der Spielberechtigung wird bereits gearbeitet, die Unterlagen sind fristgemäß eingereicht worden. Und vielleicht steht Walton bereits am Sonntag in Bamberg gemeinsam mit dem kleinen Bruder seines ehemaligen Teamkollegen auf dem Feld. Das Zusammenspiel klappte im ersten Training schon ganz gut: Nach der Erwärmung ging der erste Pass auf Franz Wagner.