Neven Subotic mit Dortmunds Lukasz Piszczek und seinem alten "partner in crime" Mats Hummels.
Matthias Koch

Berlin-KöpenickWenn Neven Subotic über seinen ehemaligen Klub Borussia Dortmund spricht, gibt es keine Tabus. Kein Zurückhalten von Emotionen, die den Fans des 1. FC Union sauer aufstoßen könnten. Kein Relativieren der Tatsache, dass der BVB, mit dem er 2011 und 2012 Deutscher Meister wurde, bis heute der Verein ist, für den sein Herz schlägt.

Die „Transformation vom Jungen zum Mann“ habe er in Dortmund vollzogen, am liebsten würde er sich „vor der Südtribüne aufwärmen“, wenn die Eisernen am Sonnabend das Rückspiel in der Bundesliga im Westfalenstadion bestreiten. Das Spiel selbst: „Wie ein Besuch bei alten Freunden, wenn man in die Heimat zurückkehrt.“

Beinahe philosophisch

Mit 31 Jahren, im Herbst seiner Karriere, hat er für sich entschieden, einfach ehrlich zu sein, das oft überzogene Getöse im Profifußball zu ignorieren und umso mehr auf den Sport an sich zu fokussieren. Er ist bestens in der Lage, seine Sympathien zum BVB für 90 Minuten auszublenden. Es geht für ihn  um den ursprünglichen Reiz des Fußballs: das Gewinnen-wollen, das Besser-als-der-Gegner-sein, auch wenn der die höhere individuelle Qualität hat.

„Wenn wir gegen Dortmund punkten wollen, benötigen wir nicht nur in einer einzelnen Situation Glück, sondern auch in den jeweiligen Folgesituationen“, prophezeit Subotic beinahe philosophisch, nur um die Form der Dortmunder umso salopper zusammenzufassen: „Spieler wie Marco Reus oder Julian Brandt laufen kreuz und quer über das Feld, Jadon Sancho ist in Topform, jetzt haben sie auch noch einen Torjäger wie Erling Haaland − was die zaubern, ist einfach geil.“ Diesen Zauberfußball zu unterbinden, wird, nach dem 3:1 im Hinspiel, erneut das Ziel von Subotics Köpenickern sein. „Wir wissen, dass sie selbst das Spiel machen wollen, wir wissen, dass sie dabei Fehler machen, wie jede andere Mannschaft auch. Wir werden wieder schnell und konsequent umschalten und so oft es geht abschließen.“

Ein anspruchsvoller Plan, wie der Innenverteidiger aus eigener Erfahrung weiß: „Als ich mit Köln damals in Dortmund gegen den BVB gespielt habe, war es ein ähnliches Spiel. Da waren 20 Minuten vorbei und du hast dir gewünscht, dass nur noch zehn Minuten zu spielen sind, weil es keinen Spaß mehr gemacht hat, immer hinterherzulaufen.“ Doch da muss der 1. FC Union durch, wenn er, nach der Sensation im Hinspiel, auch das Rückspiel für sich entscheiden will. Auch, wenn das nicht unbedingt der süßeste Sieg für Neven Subotic ist: „Ich gewinne eben lieber gegen Leute, die ich nicht mag.“