Niemand erwartet Heldentaten: Gottschalk entspannt zur Dakar

Mit neuem Partner und neuem Auto geht es für Navigator Timo Gottschalk zur 45. Auflage der Rallye Dakar. Die Generalprobe wurde bereits glänzend bestanden.

ARCHIV - Timo Gottschalk startet mit einem neuen Partner bei der Rallye Dakar.  a/Archivbild
ARCHIV - Timo Gottschalk startet mit einem neuen Partner bei der Rallye Dakar. a/ArchivbildGerald Matzka/dpa-Zentralbild/dp

Rheinsberg-Navigator Timo Gottschalk startet ohne Platzierungsdruck, dafür mit einem neuen Fahrer und neuem Auto in die 45. Auflage der Rallye Dakar. „Wir machen uns nicht zuviel Druck, sondern wollen Erfahrungen sammeln“, sagte Gottschalk der Deutschen Presse-Agentur vor dem Start der Wüstenrallye in Saudi-Arabien vom 31. Dezember bis 15. Januar, „alles zwischen Platz sieben und 14 wäre gut. Niemand erwartet Heldentaten.“

Nach dem überraschenden Ende mit seinem langjährigen Fahrer Jakub Przygonski Anfang Oktober hatte Gottschalk gar nicht mehr mit einem Start bei der Wüstenrallye gerechnet, doch sechs Wochen später meldete sich Toyota bei dem 48-Jährigen und präsentierte den 15 Jahre jüngeren Lucas Moraes als Fahrer eines Toyota Hilux. „Toyota hatte Lucas schon länger auf dem Schirm durch seine Siege in Brasilien und zwei Bajas in Europa“, sagte Gottschalk, der am 27. Dezember Richtung Saudi-Arabien aufbricht, „dann kam der Deal zustande, weil sie einen erfahrenen Beifahrer benötigten.“

Zudem gestaltete sich die Generalprobe mit dem neuen Fahrer glänzend. Bei der Baja Dubai Anfang Dezember verfehlte das brandenburgisch-brasilianische Duo den Sieg als Zweiter nur knapp. „Lucas war vorher noch nie in den Dünen gefahren. Ich war überrascht, wie schnell er adaptiert“, sagt der gelernte Ingenieur für Fahrzeugtechnik. Allerdings machten die vielen Dünen dem jungen Brasilianer zu schaffen, was nichts Ungewöhnliches ist. „Es werden sehr viele seekrank, aber da arbeiten wir dran“, sagt Gottschalk über seinen Fahrer, der sich in Dubai übergeben musste.

Auf der Rallye Dakar gibt es laut dem Sieger von 2011 gemeinsam mit dem Katarer Nasser Al-Attiyah aber nicht so viele Dünen wie in Dubai, dafür eine „extrem stark besetzte Konkurrenz“. Somit kommen auf den Navigator andere Aufgaben zu. „Ich muss aufpassen, dass Lucas nicht in den Rausch kommt, da Fallen verstreut liegen, sondern er ein sicheres Tempo fährt. Da muss man sich ein wenig drosseln“, sagt Gottschalk, „wir wissen beide, dass unser Ziel ist, vernünftig anzukommen.“ Dann kann nach der Dakar-Premiere auch eine Fortsetzung folgen. „Wie es danach weitergeht, kommt auf Sponsoren und Ergebnisse an“, sagt Gottschalk, das Ziel ist es, gemeinsam zu fahren. Was dann rauskommt, wird man sehen.“