Es sind diese Niederlagen, die einen Sportler normalerweise ganz besonders stören, die ihn lange grübeln lassen. Niederlagen gegen die Teams, von denen man meint, dass man ihnen auf Augenhöhe begegnen, sie schlagen kann. Ein Spiel zweier Mannschaften, die wahrscheinlich den Meistertitel unter sich ausmachen werden, möchte man einfach nicht verlieren. Auch die Spieler von Alba Berlin hat das 75:85 in eigener Halle gegen Bayern München, den Deutschen Meister und Tabellenführer der Basketball-Bundesliga (BBL), geärgert. Nur eben doch nicht so sehr wie sonst. Zu offensichtlich war der Grund, zu wenig können sie ihn aufgrund des eng gestrickten Spielplans beeinflussen. Drei Viertel hatten sie mehr als nur mitgehalten, fast immer in Führung gelegen. Im Schlussabschnitt aber ging nicht mehr viel zusammen.

„Uns ist halt die Luft ausgegangen“, sagte Geschäftsführer Marco Baldi und wirkte gefasst. Viel Zeit zum Nachdenken oder Training bleibt nicht. Bereits am Dienstagabend steht in Jena das nächste Spiel in der BBL an (19 Uhr). Auch deshalb haben die Berliner gegen die Bayern ein paar kleine Dinge probiert, versucht den Rhythmus im Spiel zu ändern, erzählte etwa Landry Nnoko. Und selbst wenn das aus seiner Sicht nicht so recht klappte, habe das Team wieder einen Schritt nach vorne gemacht. Das Team im Allgemeinen, der Center im Speziellen.

Radosevic in Not

Mit 15 Punkten und sechs Rebounds war Nnoko ein wichtiger Faktor, warum das Spiel gegen die Bayern über lange Zeit so ausgeglichen verlief. „Ich habe jetzt das dritte Mal gegen sie gespielt, da kennt man die Spieler und ich spiele gerne gegen sie“, sagte der Kameruner.

Diese Liebe dürfte allerdings nur einseitig sein. Wie bereits in den beiden anderen Aufeinandertreffen hatten die Münchner auch diesmal Probleme mit und gegen Nnoko. Leon Radosevic traf nur einen seiner fünf Wurfversuche. Devin Booker machte es zwar besser und brachte seine drei Würfe im Alba-Korb unter, aber hatte ein anderes Problem: vier Fouls in sieben Minuten Einsatzzeit.

Positive Entwicklung

Auch Landry Nnoko hatte bereits nach gut drei Minuten zwei Fouls kassiert. Es ist aber ein Zeichen seiner positiven Entwicklung, dass er im Laufe des Spiels damit umzugehen verstand und in seinen weiteren 21 Minuten kein Foul mehr kassierte. Er messe sich gerne mit den besten Teams und Spielern der Liga. Geht es nach Bayerns Trainer Dejan Radonjic darf er das bald wieder tun: „Meine persönliche Meinung ist, dass wir in dieser Saison noch einmal auf Alba treffen werden.“

Kann Alba Berlin den dritten Platz in der BBL halten, würde diese Begegnung ins Finale um die Deutsche Meisterschaft fallen. Eine Niederlage dort würde viel mehr schmerzen als am Sonntag.