Kann seinen Mundschutz jetzt selbst waschen: Jürgen Klopp, Trainer des FC Liverpool beim Spiel gegen den FC Everton.
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LondonEs ist nicht so, dass sich Jürgen Klopp nach einem neuen Job umsehen müsste. Das 0:0 seines FC Liverpool gegen den FC Everton wird zwar nicht in die Geschichte der Premier League als packendes Duell eingehen, bestenfalls als eine Episode zum Wiederbeginn der Saison. Auch ist ein wichtiger Schritt Richtung erste Meisterschaft der Liverpooler seit 30 Jahren etwas zu kurz ausgefallen. Doch bei dem komfortablen Vorsprung auf Platz eins vor dem Zweiten Manchester City dürfte eigentlich nichts mehr schief gehen für Klopp und sein Team.

Gewohnt entspannt ist der 53 Jahre alte Trainer jedenfalls. Dem Sender Sky erklärte er, die Pause wegen der Corona-Pandemie für ein Praktikum im Haushalt genutzt zu haben. Demnach kann er inzwischen nahezu fehlerfrei mit einer Waschmaschine umgehen, kann sein Trainingsoutfit auf diese Art reinigen, überlässt aber seiner Ehefrau den Rest der Buntwäsche.

Rot und gelb kann Klopp allerdings von Berufs wegen unterscheiden. Gegen Everton etwa gab es keine Rote Karte, dafür vier Gelbe, gleichmäßig verteilt auf beide Teams. Möglichkeiten gab es auch, wenngleich: „Wir hatten nicht genug Chancen für den Ballbesitz, den wir hatten“, sagte Klopp, ernüchtert, aber weit davon entfernt, schwarz zu sehen. 

Der deutsche Coach meint zwar, eine Ära wie in früheren Jahren in der Premier League sei nicht mehr zu realisieren. Klopp sagt: „Heute sind viele Teams ähnlich. ManCity, United wird zurückschlagen, Chelsea ist da. So eine Dominanz ist nicht möglich.“ Doch schon erntet er Widerspruch: „Klopp sagt, das ist nicht möglich, aber er hat unrecht“, hat Wayne Rooney der Zeitung The Times erzählt. Der frühere Stürmer von Manchester United konkretisierte: „Für Liverpool gibt es einen einfachen Weg: behaltet Klopp. Wenn Klopp noch zehn Jahre in Anfield bleibt, gewinnen sie mindestens fünf Meisterschaften."

Was eine weiße Weste ist, weiß Klopp zumindest. Selbst wenn sein FC Liverpool in dieser Saison den winzigen Makel von zwei Unentschieden und einer Niederlage bei ansonsten 27 Siegen vorzuweisen hat. Derzeit kämpfen sie mit Anlaufschwierigkeiten, ungewohnte Ungenauigkeiten prägten das Spiel des LFC vor der Pause. Im zweiten Durchgang erhöhten die Reds den Druck und schnürten den Stadtrivalen tief in der eigenen Hälfte ein. Doch die größte Chance vergab auf der Gegenseite das Team des ehemaligen Bayern-Trainers Carlo Ancelotti. Dominic Calvert-Lewin scheiterte am glänzend reagierenden Alisson Becker, Tom Davies setzte den Nachschuss an den Pfosten (80.).

Schwamm drüber. Wer könnte das besser beherzigen als Jürgen Klopp? Während der Corona-Pause hat er nämlich tüchtig sein Auto gewaschen „Mit einem Haushaltsschwamm und Spüli“. Danach allerdings habe er “richtig Rücken gehabt“. Die Trophäe für den Meister in der Premier League wiegt übrigens mit Sockel 25.4 Kilogramm.