Berlin/Orlando - Es gibt die Currys, die Balls, die Holidays, nicht zu vergessen die Antetokounmpos und jetzt die Wagners. Nachdem die Nachricht vor gut drei Wochen in den US-Medien durchgesickert war, steht nun auch offiziell fest, dass zum ersten Mal ein deutsches Brüderpaar in der Profiliga NBA Basketball spielen wird – und das im selben Team. Moritz Wagner (24) hat einen neuen Vertrag bei Orlando Magic unterschrieben und folgt damit dem fünf Jahre jüngeren Franz (19).

Das Bruderpaar kann bei den Magic zudem auf viel Einsatzzeit hoffen, der Klub ist im Neuaufbau. Dass Orlando dabei erneut auf „Moe“ Wagner setzt, ist keine Überraschung. Der Berliner spielte bereits Ende der vergangenen Spielzeit in Florida, nachdem er zuvor von Washington an Boston weitergereicht worden war. Und das Energiebündel überzeugte: Nach elf Einsätzen, zehn in der Startformation, standen durchschnittlich elf Punkte und 4,9 Rebounds zu Buche. Zuletzt überzeugte der Center mit der deutschen Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen – so wie beim Qualifikationsturnier in Split/Kroatien, wo er als wertvollster Spieler ausgezeichnet wurde.

Ende Juli draftete Orlando Franz Wagner bereits an achter Stelle. Dabei waren die guten Erfahrungen mit dem älteren Bruder wohl nicht ausschlaggebend, flossen aber sicherlich in die Entscheidung mit ein. Moritz Wagner wurde im Draft 2018 an Position 25 von den L.A. Lakers ausgewählt, Franz trauen die Experten noch etwas mehr zu. Der Forward kam aus deutscher Sicht so früh wie bislang nur Detlef Schrempf dran. Selbst Dirk Nowitzki, 1998 an neunter Stelle an die Milwaukee Bucks gegangen, stellte er in den Schatten.

Der Weg der Brüder ist fast identisch. Beide spielten in ihrer Heimatstadt für Alba Berlin, beide waren in Ann Arbor am US-College für die Michigan Wolverines am Start, beide meldeten sich für den Draft an, beide wurden in der ersten Runde genommen. Jetzt spielen beide für Orlando Magic.

Moritz läuft wieder mit der 21 auf, so wie in der vergangenen Saison. Eigentlich hatte sich Franz die Trikotnummer gesichert, weil er sie am College trug. Jetzt spielt er aus Bruderliebe mit der 22 – wie einst bei Alba.