Die Menschen in der Berliner Max-Schmeling-Halle standen schon einige Minuten klatschend, singend, jubelnd, ehe Tim Carlé den Matchball verwandelte. Das war der letzte Ball eines außerordentlich spannenden, außerordentlich knappen Play-off-Finales um die deutsche Volleyball-Meisterschaft zwischen Berlin und dem VfB Friedrichshafen.  Das 3:1 (25:20, 19:25, 25:23, 25:22) brachte den Berlinern den zwölften Titel. „Es war die beste Finalserie der letzten Jahre. Beide Mannschaften waren auf Augenhöhe“, sagte BR Volleys-Manager Kaweh Niroomand. Irgendwo anders in der Halle tranken Jeff Jendryk und Nehemiah Mote ihr erstes Bier des Abends aus ihrem Volleyballschuh.

Dass eine Volleyball-Mannschaft im Finale nach einen 0:2-Rückstand drei Spiele in Folge gewonnen hat, das gab es noch nie. Um zu sehen, ob die BR Volleys das, was bislang unmöglich war, schaffen würden, waren 8553 Zuschauer in die Halle in Prenzlauer Berg gekommen. Wo sonst bei gewöhnlichen Bundesligaspielen der Oberrang gar nicht geöffnet ist, war er am Samstagabend ausverkauft.

Im ersten Durchgang gingen die BR Volleys durch einen Block von Samuel Tuia beim 16:15 erstmals überhaupt in Führung. Die Kulisse hatte einige von ihnen nervös gemacht. Zwischenzeitlich hatten sie schon mit vier Punkten zurückgelegen (9:13). Doch am Ende setzten sich die Volleys auch durch tolle Aktionen von Sergej Grankin und Carlé ab. Nehemiah Mote verwandelte den zweiten Satzball mit einem Schnellangriff.

Beide Teams hatten an dem Abend Höhen und Tiefen. Berlin verlor Satz zwei, erkämpfte sich dann mit dem für Benjamin Patch eingewechselten Mark Sotola den dritten Durchgang. Jeder Punkt wurde emotional gefeiert. Georg Klein war am Ende des dritten Abschnitts einer der Garanten für ein erfolgreiches Ende. Zwei Punkte von ihm brachten die Berliner in eine gute Position. Carlé verwandelte den Satzball.

Gegen Ende des vierten Satzes wurde immer deutlicher, dass die BR Volleys-Fans an diesem Abend etwa mit ihrem Team zu feiern haben würden. Sie sangen: „Oh, wie ist das schön“. Dann schlug Carlé den Block des VfB Friedrichshafen an. Der Ball sprang weit ins Aus. Berlins Trainer Cedric Enard kickte ihn beschwingt in den Oberrang. „Wir haben es geschafft“, resümierte er mit triumphierendem Blick.