Berlin - Die Kontrolle ist hart. Härter als vor manchem Berliner Szeneclub, wenn der außerhalb einer weltweiten Pandemie geöffnet hat. Wer in den Tagen rund um das Istaf Indoor die Arena am Ostbahnhof auch nur betreten möchte, für den ist vor allem eine Sache essenziell: „Ohne negativen Test kommt keiner rein. Das gilt für alle Beteiligten“, sagt Martin Seeber, „wir haben 200 bis 250 Dienstleister, Aufbauhelfer und Kampfrichter. Alle werden getestet, das kann so weit kommen, dass die Männer, die die Bahn aufbauen an drei Tagen dreimal getestet werden.“ Ausnahmen gibt es keine, auch nicht für ihn als Meeting-Direktor des Istaf Indoor Berlin.

Modell in Düsseldorf getestet

Vor wenigen Tagen wurde das Istaf-Modell erstmals in Düsseldorf probiert. Aus sportlicher Sicht überzeugte die Veranstaltung, aber eben auch auf organisatorischer Ebene. Allein 800 Corona-Tests wurden im Rahmen des Istaf Indoor Düsseldorf durchgeführt. „Und alle 800 waren negativ, das war für mich das positivste an der Veranstaltung“, sagte Martin Seeber am Donnerstag im Rahmen einer Pressekonferenz. Wie so viele Dinge in diesen Monaten wurde auch die digital durchgeführt. Nicht nur Zuschauer, sondern auch ein Großteil der Journalisten müssen sich derzeit mit Livesport und Fragerunden vor dem Monitor ihres jeweiligen Endgeräts zufrieden geben.

Die Angebote der Veranstalter werden dankbar angenommen. 2,5 Millionen Menschen hatten den Livestream der ARD am vergangenen Sonntag bei der Veranstaltung in Düsseldorf angenommen, in 60 Länder wurde der Wettkampf übertragen. Das wird am Freitag in Berlin nicht anders aussehen. Ab 17.20 Uhr wird das ZDF mit einem Livestream aus der Arena am Ostbahnhof dabei sein, wenn das Istaf Indoor mit dem Stabhochsprung-Wettbewerb und dem nächsten Auftritt von Torben Blech eröffnet wird. 5,86 Meter ist er in Düsseldorf gesprungen – eine neue persönliche Bestleistung für den ehemaligen Zehnkämpfer. Im vergangenen Jahr habe die Leistung auch schon im Training gepasst, aber ließ sich nicht auf die wenigen Wettkämpfe übertragen. Dennoch „war es eine Frage der Zeit, bis die physischen und technischen Komponenten zusammentreffen und ich wieder höher springe“, sagte er am Donnerstag und hofft, dass er diese Leistungen in diesem Jahr bestätigen kann.

Zuerst natürlich am Freitag in Berlin. Denn: Als Zweiter des Wettkampfs in Düsseldorf hat er Punkte in einer Wertung gesammelt, die in diesem Jahr ins Leben gerufen wurde – die Istaf-Trophy. Bei allen drei Wettbewerben in diesem Jahr, Indoor in Düsseldorf und Berlin sowie Outdoor im Sommer im Olympiastadion werden die Ergebnisse zusammengerechnet. „Wer im Sommer beim Istaf im Olympiastadion die meisten Punkte hat, kann die Trophy und 5000 Euro extra gewinnen“, sagt Martin Seeber. Ein zusätzlicher Anreiz, dem auch am Freitag Weitspringerinnen wie Malaika Mihambo, Hürdensprinter wie der Olympia-Zweite Orlando Ortega, die deutschen Top-Sprinter Deniz Almas und die Berlinerin Lisa-Marie Kwayie oder eben Stabhochspringer Torben Blech folgen. Und mit ihren negativen PCR-Tests kommen sie auch in die Halle.