Grüne Welle: Ein Surfer vor Tahiti, gut 15.760 Kilometer von Paris entfernt.

BerlinInspiriert von der weltumspannenden Bewegung „Fridays for Future“ zieht der organisierte Sport jetzt nach. Noch ist es nicht offiziell, aber ein Name offenbar bereits gefunden: „Thursdays for future“. Am Donnerstag jedenfalls gaben die Organisatoren der Olympischen Spiele 2024 in Paris bekannt, dass sie die Wettbewerbe im Surfen nach Tahiti verlegen werden. Die Zustimmung des IOC gilt als Formsache, somit hat sich der Ort Teahupoo gegen die Konkurrenten Biarritz, Lacanau, Landes und La Torche an der französischen Atlantikküste durchgesetzt.

„Auf diese Art wird Polynesien, wo das Surfen begann, ein Stück Ehre zurückgegeben“, sagt Lionel Teihotu, Präsident des Surfverbandes Tahitis, und unterstreicht damit, dass die 15.760 Kilometer, die nach der Eröffnungsfeier in Paris von den olympischen Surfern bis nach Französisch-Polynesien zurückzulegen sind, das globale Klima deutlich verbessern. Zunächst vor allem unter Sportfunktionären, die sich darüber freuen, kostspielige Veranstaltungen beherbergen zu dürfen.

Bobfahren in St. Petersburg

Bereits am kommenden Donnerstag könnten die Aktivisten von „Thursdays for future“ mit einer weiteren spektakulären Aktion für Aufsehen sorgen. Sollten sich Gerüchte aus Hilo bewahrheiten, finden dort auf Big Island, Hawaii, die Winterspiele 2030 statt. Damit wäre sichergestellt, dass die Bob-Wettbewerbe im 12.000 Kilometer entfernten St. Petersburg ausgetragen werden können, wo sie schließlich im 17. Jahrhundert erfunden wurden. Vor diesem Hintergrund ist nun auch endlich klar, warum Berlin seine halbherzigen Bemühungen um die Spiele 2036 noch einmal überdenkt. In einer Distanz von 15.000 Kilometern fand das Bewerbungskomitee bisher kein Land, das die Erfindung einer nennenswerten sportlichen Betätigung für sich reklamiert.

Die Schweiz übertreibt es

Dagegen soll eine Organisation namens Swiss Olympic für Donnerstag, den 26. Dezember, eine weitreichende Initiative angedroht haben. Diese zielt darauf ab, Olympia dauerhaft stationär in die Schweiz zu verlegen, weil die ohnehin alles erfunden hat. Während Kritiker präventiv davor warnen, leichtfertig in Klischees zu verfallen, regt sich unter den hartnäckigsten Befürwortern von überteuerten Großprojekten in Berlin wieder leise Hoffnung.

Umfragen zufolge hält sich über Deutsche im Ausland ja das Vorurteil, sie würden präzise arbeiten, permanent Bier trinken und öfter nackt sein als nötig. Vielleicht wird es doch etwas mit Olympia in der deutschen Hauptstadt, 2040 womöglich. Vorausgesetzt, Darts ist bis dahin olympisch.