Innsbruck - Sie sollen „professionelle Erfahrungen“ machen, die 15 jungen Berichterstatter, die das Internationale Olympische Komitee zu den Olympischen Jugendspielen eingeladen hat. Von Freitag an dürfen sie in Innsbruck, Seefeld und Kühtai darüber berichten, wie sich 1059 Jungsportler von 14 bis 18 Jahren in den klassischen Disziplinen des Wintersports messen. So schaffe man „die Olympia-Reporter von morgen“ heißt es recht pathetisch auf der Homepage der Veranstalter.

Falls einer der 15 eine brauchbare Story abseits der Wettkampf-Berichterstattung suchen sollte, könnte er bei einem Kärntner fündig werden, der sich in Tirol als Zuschauer angekündigt hat. Er oder sie kann dann gleich eine weitere wichtige Berufserfahrung machen: Wer Journalisten Reise und Unterkunft bezahlt, will dafür gern lesen, sehen oder hören, dass alles ganz toll ist.

Und in der Geschichte von Johann Rosenzopf, einem ziemlich ruhelosen Ruheständler aus Klagenfurt, kommen das IOC und der Jugendspiele-Ausrichter Youth Olympic Games Organising Committee (Yogoc) nicht ganz so toll weg.

Als Urheber vom IOC zunächst nicht anerkannt

1998 hatte er sich ans nationale Olympische Komitee Österreichs (ÖOC) gewandt. Rosenzopf hatte eine Idee: Olympische Spiele für Junioren. Er bekam ein paar nette Briefe – und irgendwann eine Absage vom IOC. Man sei, hieß es da, an Jugendspielen nicht interessiert.

Der internationale Terminkalender sei zu voll, die IOC-Schatulle für eine solche Veranstaltung nicht voll genug. Der Kärntner aber mochte von seiner Vision nicht lassen und warb eifrig weiter für sein Projekt Junol (Juniorenolympiade).

Der Erfolg stellte sich 2007 ein. Da beschloss das IOC, von 2010 an Olympische Jugendspiele ausrichten zu lassen.

Auf einen bezogen sich die Olympier ausdrücklich nicht: Johann Rosenzopf. So hätte die Geschichte enden können – mit einem traurigen Österreicher, der eine schöne Idee hatte, als deren Urheber er von den mächtigen Herrschern des Weltsports nicht anerkannt wurde. Doch der sportbegeisterte Industriekaufmann hatte vorgebaut und seine Jugendspiele beim Wiener Patentamt urheberrechtlich schützen lassen. Er beauftragte einen Anwalt aus der Schweiz mit der Wahrnehmung seiner Rechte – und zwang das IOC in die Knie.

„Ich bin der Architekt“

Das hat Rosenzopf Schwarz auf Weiß. IOC-Präsident Jacques Rogge bescheinigt ihm in einer am 4. November 2010 ausgestellten Urkunde, er, Rosenzweig, habe „einen maßgeblichen und bedeutsamen Impuls und Beitrag zur weltweiten Vision – Olympische Jugendspiele (Sommer/ Winter) ins Leben zu rufen – erbracht“. Der Impulsgeber war’s zufrieden. „Der Herr Rogge wollte die ganzen Vorteile an sich ziehen, aber das ist halt nicht gegangen“, sagt der 71-Jährige. Und dass der Belgier seinetwegen „der Bauherr sein mag, aber ich war der Architekt“.

Nun müsste so ein Architekt ja eigentlich an exponierter Stelle unter den Honoratioren sitzen, wenn das vollendete Bauwerk feierlich seiner Bestimmung übergeben wird. Doch Johann Rosenzopf lernte im Vorfeld der Jugendwinterspiele in seinem Heimatland, was es heißt, die Herren (und wenigen Frauen) der Ringe zu einer Demutsgeste wie der besagten Urkunde gezwungen zu haben: „Ich hab’ keine Einladung gekriegt.“