Berlin - Am Ende habe ich mich also doch wieder korrumpieren lassen vom schönen Schein der Bilder, in dem Menschen im Stadion sich selbst und die Ihrigen feiern. So lange waren Leidenschaft und Emotion dem Fußballsport entzogen worden, dass man vorübergehend geneigt war, das Sportgeschehen als unlauteren Menschenversuch wahrzunehmen, in dem hoch bezahlte Akteure gezwungen sind, ihre Kunststücke vor leeren Rängen aufzuführen. Kaum zu ertragen, der dumpfe Rückhall laut rufender Spieler.

Die Rückkehr bewegter Massen ins Stadion hatte denn auch etwas Rührendes, führte sie doch nicht zuletzt vor Augen, wie tief die Pandemie bereits in unseren Gefühlshaushalt eingegriffen hat. Hinzu kam jene fragile Gestimmtheit, die sich nach dem erlittenen Herzstillstand des dänischen Spielers Christian Eriksen wie ein Mantra des Mitgefühls über das gesamte Turnier gelegt zu haben schien, das hier und da in Europa zur Austragung kam, als hätte es Reise- und Kontaktbeschränkungen nie gegeben.

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