Tsng! So klingt es, wenn man in den Google-Übersetzer das Wort „erwischt“ eingibt und als Zielsprache Chinesisch wählt. Tsng – ein Wort wie ein Wurfstern. Komischerweise ist dieses hübsche Geräusch verschwunden, wenn die Eingabe lautet: „Sie wurde beim Doping erwischt.“ Da ergießt sich ein Wort-Wasserfall, faszinierend.

Es gibt noch viel zu lernen über China. Die für Europäer komplizierte Sprache ist sicher nicht der einzige Grund für die Zurückhaltung, mit der deutsche Olympia-Beobachter Sportlern aus China begegnen.

„Acht Badminton-Spielerinnen disqualifiziert“ lautete am Mittwoch die Breaking News. Betroffen von dem Ausschluss sind zwar Olympionikinnen aus China, Südkorea und Indonesien, illustriert wurde die Nachricht etwa auf Spiegel Online aber mit dem Foto zweier Chinesinnen – die wie die anderen wegen unsportlichen Verhaltens ausgeschlossen wurden.

Lieber Archiv-Bilder von Franzi

Es ist wohl die beeindruckende Dominanz der Athleten aus China, die deren Bild zurzeit prägt. „Sie hat keine Schwächen“, raunte der ARD-Moderator am Dienstag, als die 16 Jahre alte Schwimmerin Ye Shiwen zu ihrem zweiten Finale antrat, das sie wieder mit einem beeindruckenden Schlussspurt gewann.

Natürlich stellen sich da Fragen, wie es oft in TV-Kommentaren heißt. „Nein. Niemals“, antwortete Ye am Dienstag, als sie auf Doping angesprochen wurde. Auch sonst hinterließ die 16-Jährige einen verblüffend souveränen Eindruck, man wüsste gerne mehr über sie. Die ARD zeigte lieber Archiv-Bilder von Franziska van Almsick.

Das ZDF durfte am Mittwoch wieder aktuelle deutsche Siege zeigen, etwa die „Judo-Sensation“, die Kerstin Thiele gegen die Chinesin Chen Fein gelang, angefeuert vom ZDF („Durchhalten!“). „Sie kann’s nicht fassen, ich auch nicht“, sagte der Kommentator. Tsng!