In der Ruhe liegt die Kraft: Nach diesem Motto verfährt die finnische Olympia-Mannschaft bei den Winterspielen in Pyeongchang und strickt sich durch die Zeit zwischen den Wettbewerben. Der beruhigende und meditative Zeitvertreib wird schon seit den Winterspielen von Sotchi von den Nordländern betrieben.

Besonders Snowboard-Trainer Antti Koskinen erregte nun aber Aufmerksamkeit, als er sogar an der Wettkampfstrecke mit Wolle und Nadeln auftauchte. Beim Start seines Schützlings Roope Tonteri im Slopestyle – normalerweise auch für den Betreuer eine Situation von höchster Anspannung – stand er völlig entspannt neben dem Athleten und strickte. Tonteri zahlte seinem Trainer das zwar nicht mit einer guten Platzierung zurück (er schaffte es nicht ins Finale), aber für das Bild wurde der Trainer in den sozialen Medien gefeiert.

Später erläuterte Koskinen bei einer Pressekonferenz der Finnen, woran er und das gesamte Team gerade arbeiten: Es soll eine Decke für den Anfang Februar geborenen Sohn des finnischen Präsidenten Sauli Niinistö werden. In Sotchi war es dagegen noch ein langer Schal gewesen, der bei der Gelegenheit auch gleich noch einmal vorgeführt wurde.

Die Finnen nutzen die Handarbeit tatsächlich seit Jahren als Entspannungstechnik. 2014 zeigte sich auch die finnische Eishockey-Torhüterin Noora Räty so bei Twitter: Was sie am Abend vor einem Spiel mache? Stricken! (red)