Die Olympischen Spiele in Tokio könnten laut dem Chef des Organisationskomitees, Toshiro Muto, wegen des Coronavirus auch in letzter Minute noch abgesagt werden. Er wollte laut Sky eine Absage in letzter Minute nur Stunden vor der Eröffnungszeremonie nicht ausschließen, da sich die Corona-Zahlen in den vergangenen Tagen deutlich gehäuft hatten. Muto sagte: „Wir haben vereinbart, dass wir aufgrund der Coronavirus-Situation Fünf-Parteien-Gespräche einberufen.“ Bei diesen Gesprächen wollen die Veranstalter entscheiden, welche Maßnahmen zu ergreifen seien. Da „die Coronavirus-Fälle steigen oder fallen“ könnten, „werden wir darüber nachdenken, was wir tun sollen, wenn die Situation eintritt“. Steigende Coronavirus-Fälle stellen die Organisatoren vor wachsende Herausforderungen, weil 10 neue positive Fälle in den vergangenen 24 Stunden die Gesamtzahl der betroffenen Personen auf 68 haben ansteigen lassen.

Die englische Sun schreibt, Japan sei gewarnt worden, dass sich die Fälle bis zum Ende der Spiele verdoppeln könnten. Einige Athleten haben ihre Teilnahme bereits abgesagt. Daher, so die Sun „scheinen die Organisatoren ernsthaft darüber nachzudenken, den Stecker notfalls zu ziehen“.

Die Spiele stehen unter keinem guten Stern: Erstmals in der Geschichte finden die Wettbewerbe ohne Zuschauer statt. Der deutsche Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Thomas Bach, sagte, von den Athleten würde keine Gefahr für die japanische Bevölkerung ausgehen. Bach erntete für diese positive Sicht heftige Kritik. Laut einer neuen Umfrage von Asahi Shimbun sagten 68 Prozent der Japaner wenige Tage vor der Eröffnung, dass die Spiele nicht sicher durchgeführt werden können. Nur 21 Prozent gaben an, dass die Spiele „sicher“ sein würden. Premierminister Yoshihide Suga hat wiederholt erklärt, dass die Olympischen Spiele kein Risiko darstellen.

Zahlreiche Sponsoren haben ihre Teilnahme an der Eröffnungsfeier abgesagt. Zuletzt gab es einen Skandal um ein Musikstück, das bei der Feier hätte gespielt werden sollen. Vom Komponisten des Stücks, Keigo Oyamada, der mit Künstlernamen Cornelius heißt, wurde bekannt, dass er vor 20 Jahren damit geprahlt habe, er habe in seiner Schulzeit behinderte Mitschüler gemobbt.

Toyota wird während der Spiele keine lokalen Fernsehwerbungen ausstrahlen, obwohl das Unternehmen zu den globalen Sponsoren gehört. Bridgestone habe ebenfalls entschieden, keine Werbespots auszustrahlen, sagte ein Sprecher des Reifenherstellers, so die Japan Times.