Hoppegarten gehört zu den angesehensten deutschen Galopprennbahnen, klar. Gerade für sogenannte Steher, also Pferde, die sich auf Distanzen ab 2 600 Meter besonders wohlfühlen, ist die Anlage vor den Toren Berlins mittlerweile der Sammelpunkt. Von den zehn Rennen dieser Art auf Gruppen- und Listenniveau, vergleichbar mit Champions League und Bundesliga im Fußball, finden mittlerweile vier in Hoppegarten statt. Den Auftakt macht am Sonntag das Altano-Rennen, das am Osterrenntag (erster Start: 14 Uhr) zusammen mit dem Preis von Dahlwitz den Höhepunkt bildet.

„Wir haben damit schon einen Trend kreiert“, sagt Gerhard Schöningh, der Eigner der Rennbahn. „Diese Rennen sind sehr zuschauerfreundlich“, gibt er als einen Grund an. Denn die Pferde galoppieren zweimal an den Tribünen vorbei. Über eine solch lange Strecke − beim Altano-Rennen sind es 2 800 Meter − spielt die Strategie zudem eine ganz entscheidende Bedeutung. Wie bei einem Marathon kommt es darauf an, sich das Rennen bestmöglich einzuteilen.

Hoppegarten hat Chance zur Profilierung

Aber natürlich sorgen nicht nur ästhetische Gründe dafür, dass Hoppegarten die Steher so gerne ins Programm aufgenommen hat. „Das ist auch eine Nische, mit der man sich profilieren kann“, weiß Schöningh. Jedes Galopprennen ist ja zugleich ein Schaufenster, um den Marktwert der Tier zu steigern. Wenn sich zahlungswillige Besitzer aus dem Ausland einen Überblick verschaffen wollen, wie es um den aktuellen Markt der Steher bestellt ist, führt kein Weg an dieser Bahn vorbei.

Was Begeisterung, Rennpreise und die Anzahl der Rennen angeht, kann Deutschland mit Ländern wie Frankreich oder England nicht mithalten. Allerdings genießt die Zucht weltweit einen exzellenten Ruf. „Und der Schwerpunkt liegt auf längeren Distanzen“, sagt Schöningh. „Im Ausland ist bekannt, dass wir gute Steher haben.“ Bestes Beispiel dafür ist Protectionist. Der damals vier Jahre alte Hengst gewann 2014 eines der bedeutendsten Steherrennen überhaupt, den Melbourne Cup in Australien. Ein Rennen, „that stops the nation“, wie es so gerne heißt. Ein Event, das das ganze Land elektrisiert.

Moonshiner ist der Favorit

Beim Altano-Rennen ist die Qualität der Galopper so hoch nicht. Dennoch gilt dieser Wettkampf als Generalprobe für das Oleanderrennen am 12. Mai, Deutschlands wichtigstes Langstreckenrennen über 3 200 Meter. Großer Favorit ist der sechsjährige Hengst Moonshiner, der von Jean-Pierre Carvalho trainiert wird. Im April galoppierte er bereits im französischen Chantilly und erreichte Platz sechs in einem stark besetzten Rennen. Nun soll er im Hoppegartener Schaufenster seine Klasse unter Beweis stellen.