Berlin - Auch wenn er seinen Körper immer wieder durch die Luft schraubt, so dass jeder Muskel, jeder Arm, jedes Bein, jedes Gelenk im richtigen Moment im richtigen Winkel bewegt wird – Patrick Hausding ist keine Maschine. Glücklicherweise. Der Berliner ist Deutschlands bester Wasserspringer, er gewann zwei olympische Medaillen, vier bei Weltmeisterschaften, ist Rekordeuropameister. Bald wird er in Tokio seine vierten Olympischen Spiele bestreiten. Wobei das am Anfang des Wochenendes bei den deutschen Meisterschaften in Berlin kurzzeitig infrage stand, jedenfalls im Synchronspringen vom Dreimeterbrett. Denn da setzte das, was Hausding sonst maschinenartig beherrscht, für einen Moment aus.

So ein Fehler passierte zuletzt vor 12 Jahren

Während sein Berliner Synchronpartner Lars Rüdiger wie geplant durch die Luft wirbelte, bekam Hausding beim dreieinhalbfachen Auerbachsalto im Flug sein rechtes Bein nicht am Knie zu packen. So ditschte er reichlich unelegant ins Wasser. Oder wie es Bundestrainer Lutz Buschkow ausdrückte: „Er plumpste wie eine Katze“ ins Becken. Der Sprung wurde so eben noch gewertet, Hausding/Rüdiger Dritte. Da aber ihr Vorsprung aus dem Vorkampf in der Addition mit dem Finale groß genug war, dürfen die beiden Athleten des Berliner TSC bei Olympia doch um Medaillen springen. Glücklicherweise.

So ein Fehler, sagte Hausding, sei ihm zuletzt vor zwölf Jahren passiert. Tags darauf hatte er den Fauxpas abgehakt: Im Einzelspringen vom Dreimeterbrett erreichte der 32-Jährige die höchste Punktzahl seiner Karriere. Die brachte dem Dritten der Spiele 2016 in Rio den deutschen Titel, den er am Sonntag auch mit Timo Barthel vom Turm gewann. Und: Die persönliche Bestleistung zeigte ihm, dass es noch immer möglich ist, sich zu verbessern. Das lässt für Tokio einiges erwarten.