Berlin - Vor drei Wochen machte Ricky Paulding auf seiner Abschiedstour durch die Basketball-Bundesliga (BBL) noch einmal Station in der Hauptstadt, erzielte noch einmal elf Punkte. In der Arena am Ostbahnhof hatte er sich im Laufe seiner Karriere im Oldenburger Trikot zahlreiche Duelle mit Alba Berlin geliefert. In insgesamt 15 Jahren in Oldenburg hat Paulding 584 BBL-Partien bestritten und dabei 7959 Punkte erzielt, die letzten acht davon am zurückliegenden Wochenende in Ludwigsburg. „Es ist ein unglaubliches Gefühl. Meine Familie ist hier, unsere großartigen Fans sind da. Alle in der Halle haben mich großartig begleitet. Es ist ein toller Zeitpunkt für den Abschied. Ich bin jetzt sehr glücklich“, sagte der US-Amerikaner nach seinem letzten Karrierespiel.

Kaum hatte er diese Worte gesagt, betrat eine andere BBL-Legende zum letzten Mal das Parkett. In seiner Heimatstadt München absolvierte mit Alex King ein ehemaliger Alba-Spieler im Würzburger Trikot sein letztes Profispiel, sein 638. BBL-Spiel. Keiner hat mehr Spiele in der höchsten deutschen Liga absolviert. „Es war ein sehr emotionaler Abschied für mich in dieser Halle, ich kann meine Gefühle kaum beschreiben“, sagte der 37-Jährige. In der Jugend des FC Bayern hatte die Karriere des Flügelspielers vor mehr als 20 Jahren begonnen. Über die Stationen Frankfurt, Bonn, Würzburg und Berlin war er 2016 zu den Bayern heimgekehrt. Dreimal wurde er Meister (einmal mit Frankfurt, zweimal mit München) und dreimal Pokalsieger (zweimal mit Berlin, einmal mit München). Als Leihgabe der Bayern machte King am Sonntag sein letztes Spiel für Würzburg, sein letztes Spiel überhaupt. Dass es am Ende mit 57:92 klar verloren ging, war letztlich Nebensache.

„Es war eine lange und schöne Reise, mir werden vor allem die Jungs auf dem Spielfeld fehlen. Ich habe mich auch sehr darüber gefreut, am Ende noch einmal mit so einer Truppe in Würzburg spielen zu dürfen“, sagte King: „Ich wurde in dieser Saison in jeder BBL-Halle herzlich willkommen geheißen und verabschiedet, dafür bedanke ich mich sehr bei allen Klubs.“ Platz eins im BBL-Ranking dürfte ihm lange erhalten bleiben. Von allen noch Aktiven hat am ehesten Karsten Tadda (538 Spiele, Telekom Baskets Bonn) die Chance, an die Rekordmarke heranzukommen. Auch Rickey Paulding hat in seinen 15 Jahren diese Marke nicht erreichen können, geht aber zumindest als zweitbester Punktesammler in die Geschichtsbücher der BBL ein.

Bei 495 Spielen steht im Moment Peer Günther. Zwei Spiele kann der ehemalige Nationalspieler noch in der Hauptrunde sammeln und dann mit mindestens drei Partien in den Play-offs die 500er-Marke knacken. Aber: Auch der 34-Jährige wird nach der Saison seine Karriere beenden. Anders als Paulding und King aber weiß Günther noch nicht, wo seine Abschiedstour enden wird.