Gesetzt den Fall, es gibt sie tatsächlich, diese Liste, dann gibt es im deutschen Sport fast 50 Spitzenathleten, die entweder total töricht sind oder den Bemühungen um einen Antidoping-Kampf in Deutschland mit verdächtiger Geringschätzung begegnen.

Nicht anders ist die von Ralf Grengel, dem Manager von Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, in die Welt gebrachte Nachricht zu deuten, wonach eben fast 50 deutsche Spitzenathleten, darunter angeblich auch „amtierende Weltmeister und Olympiasieger“ (Grengel), mit ihrer Unterschrift dem Aufruf seiner Klientin gefolgt sein sollen. Zu einer grundsätzlichen Kritik am Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und dem Inhalt der Athletenvereinbarung, in der unter anderem verankert ist, dass man sich der Sportgerichtsbarkeit unterwirft. Pechstein sei jedenfalls im Zuge ihrer Schadenersatzklage gegen den Eislauf-Weltverband (ISU) und der Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) zu dem Schluss gekommen, dass man sich mit seiner Unterschrift unter diese Verpflichtungserklärung letztlich von seinem Recht auf das Grundrecht verabschiede.

Dahinter verbirgt sich bei Pechstein, deren Fall mittlerweile die Züge einer Groteske trägt, natürlich keine Leichtfertigkeit im Umgang mit den „Kernaspekten des sportrechtlichen Fundaments“, wie der DOSB glauben will, sondern eine von cleveren Öffentlichkeitsarbeitern ausgeheckte PR-Strategie, die im Hinblick auf das baldige Karriereende von Pechstein offensichtlich immer hemmungsloser und dreister wird. Stimmung machen, Schlagzeilen machen und nun eben auch noch eine Welle der Solidarität im Sinne der eigenen Ego-Sache ins Rollen bringen.

Wie gesagt, sich als deutscher Spitzenathlet ohne eingehender Vorprüfung des juristischen Sachverhalts mit der ach, so armen Kollegin gemein zu machen, ist im besten Falle gerade noch als töricht zu bezeichnen.