Die Reise nach Vechta hat Martin Hermannsson am gestrigen Donnerstag  nicht  angetreten, den Trip nach Vechta, wo  am Sonnabend bei Rasta eine Partie in der Basketball-Bundesliga anstand. Albas Guard machte sich aus der Türkei kommend vom Hamburger Flughafen aus in Richtung Berlin und zum Mannschaftsarzt auf den Weg. Der diagnostizierte einen Bänderriss am rechten Sprunggelenk, den sich Hermannsson am Mittwochabend beim Eurocup-Match in Bursa (106:101 n.V.) zugezogen hatte. Der Isländer fällt mehrere Wochen aus.

„Dass einer umknickt, passiert häufig mal“, sagte Albas Geschäftsführer Marco Baldi, „er ist aber jetzt der dritte Guard, der ausfällt.“ Peyton Siva und Joshiko Saibou fehlen ebenfalls. „Das ist ein Substanz-Verlust.“  Siva steht   mehrere Wochen nicht zur Verfügung. Weniger klar ist die Lage bei Saibou, der im Training am Wurf und am Ballhandling arbeiten, aber nicht mit dem Team trainieren kann. Sollte jetzt aber auch noch  Hermannsson länger ausfallen, „müssen wir gucken, wie wir reagieren“, sagt Baldi. Das heißt: Alba könnte Ersatz verpflichten.

Mattisseck und Wagner helfen

Beim Sieg in Bursa sprangen am Mittwochabend erneut andere Spieler ein. Mit 20 Punkten hatte Alba zur Pause geführt, musste dennoch in die Verlängerung. Da war Hermannsson, der nach einem Korbleger zu Beginn des vierten Viertels unglücklich landete und mit dem rechten Fuß umknickte, schon in der Kabine. Plötzlich standen mit Jonas Mattisseck und Franz Wagner ein 18- und 17-Jähriger auf dem Feld und überzeugten auch auf internationaler Ebene. Wieder einmal. „Es ist gut, dass wir junge Spieler haben, die da in die Bresche springen können. Wir sind so aufgestellt, dass wir durch unser Programm auf gewisse Ausfälle vorbereitet sind“,  sagte Baldi.   Die Ausfälle seien aber  nur eine gewisse Zeit zu kompensieren.

Was gegen den Bundesliga-Neunten Vechta funktionieren mag, wird gegen Teams wie Zagreb am kommenden Mittwochabend in der Arena am Ostbahnhof schwierig. Zumal  die Berliner in der noch jungen Saison immer wieder durch  Verletzungen gebremst wurden. Auch die Center Dennis Clifford und Johannes Thiemann verpassten mehrere Spiele. Während Thiemann in Bursa bereits mit 14 Punkten glänzte und im Formaufbau  recht weit zu sein scheint, wird Clifford behutsam aufgebaut, saß in Bursa  auf der Bank. Auf seinen Ausfall hatte Alba im September mit der Verpflichtung von Clint Chapman reagiert.

Und nun bei den Guards? Für das Spiel in Vechta stehen Trainer Aito Garcia Reneses nur noch Stefan Peno, 21, und Jonas Mattisseck, 18, zur Verfügung, auch Franz Wagner, 17, kann einspringen. Zu einem Dauerzustand darf das freilich nicht werden. Das wissen auch die Verantwortlichen bei Alba Berlin.