BerlinDie gute Nachricht des Abends übermittelte Alba Berlin bereits um kurz vor 19 Uhr über die eigenen Informations-Kanäle. Drei Sekunden dauerte die Botschaft des deutschen Meisters und zeigte Peyton Siva im Basketball-Outfit auf dem Weg zum Spielfeld der Arena am Ostbahnhof. Damit feierte am Mittwochabend, den weiterhin verletzten Louis Olinde mal ausgeklammert, der letzte Alba-Spieler seine Rückkehr aus der Corona-Quarantäne. Dass es die größte Comeback-Geschichte werden sollte, konnte da freilich noch niemand wissen. Knapp 15 Minuten stand der Guard im Euroleague-Spiel gegen Villeurbanne tatsächlich spielend auf dem Parkett und sorgte mit seinem Dreier kurz vor Ablauf der Zeit tatsächlich für den 76:75-Sieg seiner Mannschaft. „Das war nicht der Plan, ich wollte eigentlich ziehen“, sagte Siva nach dem Spiel. Villeurbanne aber ließ ihn nicht ziehen, stattdessen offen werfen und wurde dafür bestraft.

Im Duell der beiden bis vor dem Anpfiff bilanztechnisch schlechtesten Teams der europäischen Königsklasse, nur ein Spiel konnten sie jeweils vor dem direkten Aufeinandertreffen für sich entscheiden, wäre aber durchaus mehr drin gewesen. Offen konnten die Berliner die ersten drei Viertel gestalten, mussten sie aber jeweils knapp den Gegnern überlassen. Der Hauptgrund dafür war 2,18 Meter groß, trug das Trikot mit der Nummer zehn und sein Name erklang aus Sicht der Gastgeber zu oft aus den Lautsprechern der Alba-Heimspielstätte: Moustapha Fall. 22 Punkte hatte der französische Center, bei gerade einmal zwei Fehlwürfen, allein in den ersten drei Vierteln für sein Team erzielt, sieben Rebounds gesammelt und war von den Berlinern einfach nicht zu stoppen. Nicht von Ben Lammers, der problemlos weggeschoben wurde, nicht von Johannes Thiemann, der einen knappen Kopf kleiner war und von keinem anderen Alba-Akteur.

Und als es im Schlussabschnitt bei noch knapp vier Minuten beim Stand von 60:66 aus Sicht der Hausherren noch einmal knapp wurde, hämmerte Fall den Ball per Dunking humorlos für seine Punkte 23 und 24 in den Korb. Dennoch hielt Alba Berlin den Riesen aus Villeurbanne mit kluger Verteidigung in Zaum, gestattete ihm im letzten Viertel nur drei Zähler und kam durch einen Korbleger von Peyton Siva 37 Sekunden vor Ende auf 70:71 heran. Bei 6,8 Sekunden Restzeit, Ballbesitz und einem 73:75-Rückstand. Den Rest besorgte der amerikanische Point Guard mit dem Wurf ins Comeback-Glück.  Alba Berlin gewann das letzte Viertel mit 26:15, das Spiel mit 76:75 und Peyton Siva war zufrieden: „Wir haben gezeigt, dass wir uns durchkämpfen können. Das ist ein großer Sieg für uns gegen ein Team, das auch da unten drin steht“, sagte der Aufbauspieler und musste noch mehr als dieses Interview geben.