Berlin - Sie sind bescheiden geworden, die Franzosen in den zurückliegenden 36 Jahren, seitdem Bernard Hinault die Tour de France gewann, als bisher letzter Radprofi aus dem Land der berühmtesten Rundfahrt weltweit. Sie haben sich arrangiert mit der Übermacht anderer Nationen, anderer Protagonisten, anderer Methoden womöglich, die ruchbar wurden, etwa bei den britischen Gesamtsiegern Bradley Wiggins und Christopher Froome, die gerichtsfest dokumentiert sind wie beim Texaner Lance Armstrong. Sie haben zu oft gehofft und sind enttäuscht worden wie bei der diesjährigen Auflage der Frankreichrundfahrt, als einer ihrer Landsleute auf den zweiten Platz des Gesamtklassements vorfuhr: Guillaume Martin, geboren am 9. Juni 1993 in Paris. Am Sonntag allerdings, vor dem Ruhetag der Tour, rutschte er auf den neunten Rang ab. Das Rennen setzt er fort mit 7:58 Minuten Rückstand auf den Ersten des Klassements, Tadej Pogadcar aus Slowenien.

An diesem Mittwoch begehen die Franzosen ihren Nationalfeiertag, den 14. Juli, und wie immer bei ihrem Nationalheiligtum, der Tour, die traditionell im Juli über die ganz große Bühne rollt, warten sie an diesem Datum auf einen Etappenerfolg in bleu blanc rouge, in blau und weiß und rot. Zuletzt gelang dies Warren Barguils vor vier Jahren. Diesmal ist die Kulisse besonders anspruchsvoll, das letzte Bühnenbild 16 Kilometer lang und steil. Es führt hinauf zum Col de Portet, dem 2215 Meter hohen Pyrenäengipfel. „Es wird weitere Möglichkeiten geben“, sagte Guillaume Martin, das war direkt nach seinem Vorstoß ihm Gesamtklassement. „Ich werde weitermachen.“

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