Piräus-Stürmer Pantelic: „Wo und wann gestreikt wird, weiß ich auch nicht“

Borussia Dortmund spielt heute in der Champions League bei Olympiakos Piräus. Beim griechischen Meister verdient Marko Pantelic, 33, sein Geld. Allerdings möchte der frühere Bundesligaprofi von Hertha BSC (2005 bis 2009) nicht verraten, ob er in Zeiten der Finanzkrise sein volles Gehalt bekommt.

Herr Pantelic, Griechenland droht die Staatspleite, Athen ist der Brennpunkt der Euro-Krise. Was bekommen Sie davon aus der Nähe mit?
Wenig. Ich wohne mit meiner Familie in Piräus in der einen, Athen ist in der anderen Ecke. Dadurch sind auch die Probleme ein Stück weit weg. Wir haben alle drei Tage ein Spiel, dazu kommen die Reisen zur serbischen Nationalmannschaft. Ich bin Fußballprofi und mische mich nicht in die Politik ein.

Viele Griechen müssen harte Einschnitte hinnehmen und protestieren dagegen, auch Fußballprofis?

Wir haben als Fußballprofis im Gegensatz zu Rentnern und Arbeitern, die um ihr Geld bangen, doch großes Glück, weil wir mit Evangelos Marinakis einen Super-Präsidenten haben.

Sie bekommen also Ihr volles Gehalt – und das auch pünktlich?

Das ist eine private Angelegenheit, darüber spreche ich nicht.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp vermutet, dass die Griechen wegen der Sparappelle aus Berlin derzeit „nicht wahnsinnig glücklich über die deutsche Bevölkerung“ sind.

Ganz ehrlich, von einer Stimmung gegen die Deutschen habe ich nichts mitbekommen, und davon ist nichts zu spüren. Wann und wo gestreikt wird, das weiß ich auch nicht genau. Wie gesagt, wir sind sehr viel unterwegs, und in der Mannschaft ist das alles kein Thema.

Merken Sie auch nicht anhand der Zuschauerzahlen, dass bei den Griechen das Geld sehr knapp ist?

Wir haben überragende Fans, vielleicht sogar die besten in Europa. Die wollen zu jedem Spiel und kaufen sich Karten. Hier in Piräus, eigentlich in ganz Griechenland, lieben alle Fußball.

Wie läuft es denn sportlich für Ihre Mannschaft?

Gut. In der vergangenen Saison sind wir Meister geworden. Am Samstag haben wir 1:1 im Derby bei AEK Athen gespielt und sind jetzt punktgleich mit Tabellenführer Panathinaikos Athen.

Und wie läuft es für Sie?

Vergangene Saison habe ich neun Tore in 20 Spielen gemacht, obwohl ich nur sechsmal in der Startelf stand. Das ist eine Super-Quote. Jetzt habe ich in vier Spielen nur 35 Minuten gespielt, aber immerhin ein Tor gemacht.

Sie müssen verletzt gewesen sein, oder?

Nein, der Trainer setzt halt auf andere von Beginn an, obwohl ich hart und ehrgeizig trainiere. Das muss ich akzeptieren.

Heute kommt der BVB zu einem ganz wichtigen Spiel in der Champions League. Olympiakos hat null Punkte, der Deutsche Meister nur einen.

Es ist für uns ein Finalspiel. Wir müssen die Punkte holen, um in Europa dabei zu bleiben. Wir haben den Druck, aber auch das Selbstvertrauen.

Wie beurteilen Sie den Gegner?

Ich könnte Ihnen viel zu Dortmund sagen, aber nichts Neues. Sie haben eine überragende Saison gespielt und ich gratuliere ihnen nachträglich zum Titel. Jürgen Klopp ist ein super Trainer, alle Spieler sind sehr zufrieden, und jeder weiß, was er zu tun hat. Die Unterstützung der Zuschauer in Dortmund ist immer fantastisch.

Wenn Sie sich einen Startelfplatz aussuchen dürften: Superstimmung in Piräus mit 32.000 Zuschauern oder auswärts mit etwa doppelt so vielen im Dortmunder Stadion?

Ich würde das Spiel in Piräus nehmen.

Das Gespräch führte Marcus Bark.