Wien - Nach der großen Olympia-Enttäuschung im Shiokaze Park von Tokio endete der Sommer für Karla Borger und Julia Sude doch noch versöhnlich. „Wir sind sehr stolz auf uns. Nach Olympia haben wir darüber gesprochen, ob wir hier überhaupt spielen sollten, aber wir haben gezeigt, dass wir gute Spielerinnen sind“, sagte Karla Borger nach dem Gewinn der Bronzemedaille bei der Beachvolleyball-EM in Wien. Das Düsseldorfer Duo bezwang am Sonnabend im kleinen Finale Anastasija Kravcenoka und Tina Graudina aus Lettland mit 2:1. 

Um den Moment des Sieges festzuhalten, machte Karla Borger ein Selfie, auf dem sie die Faust reckt und ihre Freude herausschreit, sie versah das Foto im sozialen Netzwerk unter anderem mit dem Hashtag #radikarla. Mit ihrer ersten gemeinsamen internationalen Medaille sorgte das Duo Borger/Sude für das deutsche Highlight bei den Europameisterschaften in der österreichischen Hauptstadt.

Stimmungsumschwung für Borger/Sude in Wien

Dabei war die Stimmung vor zweieinhalb Wochen noch im Keller: Das Aus in der Vorrunde nach drei Niederlagen bei Olympia, die ganze Vorbereitung, die Entbehrungen – umsonst. Borger hatte danach erst einmal ihren Frust rausgelassen, stellte sich auf Twitter die Frage, „wofür man das alles gemacht hat?“ Nun sind die beiden Beachvolleyballerinnen froh, dass sie sich für eine EM-Teilnahme entschieden haben.

Zwar bleibt Deutschland nach der 24. EM-Medaille bei den Frauen die mit Abstand erfolgreichste Nation (8x Gold, 7x Silber, 9x Bronze), für den Titel reichte es aber nicht. Denn Borger/Sude waren trotz mehrerer Matchbälle im Halbfinale knapp mit 1:2 an den späteren Europameisterinnen Nina Betschart und Tanja Hüberli aus der Schweiz gescheitert. „Ich war schon lange nicht mehr so sehr down nach einem verlorenen Halbfinale“, sagte Borger: „Deshalb bedeutet uns die Medaille sehr, sehr viel, auch emotional.“

Ludwig/Kozuch sagen Start kurzfristig ab

Während Borger/Sude nach ihrem enttäuschenden Vorrunden-Aus in Tokio in Österreich dabei waren und sich mit Bronze belohnten, fehlte das deutsche Top-Duo Laura Ludwig/Margareta Kozuch. Die Olympia-Fünften hatten ihren Start kurzfristig abgesagt. „Nach dem Höhepunkt und den anstrengenden Matches in Tokio müssen wir erst einmal wieder die Batterien aufladen“, sagte die Berlinerin Ludwig einen Tag vor dem Turnierstart.

Bei den Männern schieden am Samstagabend Nils Ehlers und Simon Pfretzschner als letztes deutsches Duo im Viertelfinale aus. Das Team aus Hamburg und Dachau unterlag den Niederländern Alexander Brouwer und Robert Meeuwsen im Spiel um den Einzug ins Halbfinale mit 1:2. Die Weltmeisterschaftszweiten und Olympia-Fünften Julius Thole und Clemens Wickler aus Hamburg waren bereits im Achtelfinale ausgeschieden.