Rostock - Jens Härtel droht ein Problem. Nach vier Siegen in Serie wird Hansa Rostocks Trainer alle Mühe haben, die Aufstiegshoffnungen im euphorischen Umfeld im Rahmen zu halten. „Wir waren einfach immer da und haben den Moment für uns genutzt. Das müssen wir auch weiter tun“, gab der 51-Jährige nach dem 4:2 (1:1)-Heimsieg gegen den 1. FC Saarbrücken eher emotionslos zu Protokoll.

Die Tabelle aber lügt nicht und ist trotz der vielen coronabedingten Ausfälle und Spielverlegungen durchaus aussagekräftig. Hansa hat sich mittlerweile auf den dritten Rand nach vorn gearbeitet. Zum Liga-Primus Dynamo Dresden sind es nur drei Punkte, zum Zweiten 1860 München gar nur zwei. Und die Löwen haben ein Spiel mehr absolviert als die Hanseaten, die also mit einem Sieg im Nachholspiel beim VfB Lübeck auf einen direkten Aufstiegsrang vorrücken könnten.

Aber das sind Rechenspielchen. Wichtiger ist auf dem Platz, und da hat Härtel den Seinen in der kurzen Winterpause offensichtlich das richtige Rezept verordnet. Wie das lautet, verriet Nico Neidhart. „Wir sind relativ konsequent vor der Hütte und machen unsere Dinger aus relativ wenigen Chancen rein. Wir verteidigen richtig gut. Es ist schwer, gegen uns ein Tor zu schießen“, berichtete der quirlige Allrounder bei Magentasport.

Neidhart hat sich in seinem zweiten Jahr beim mecklenburgischen Traditionsclub zu einem echten Leistungsträger gesteigert. Der 26-Jährige ist hinten links und rechts vielseitig zu verwenden und weiß mittlerweile auch, wo das gegnerische Tor steht. Seine Saisontreffer zwei und drei im 50. Ligaspiel für die Rostocker waren nicht nur extrem wichtig, sondern auch sehr schön anzusehen. „Wenn es so weitergeht, ist es natürlich umso schöner“, sagte Neidhart sichtlich gelöst.

Zunächst ist Pause. Unfreiwillig. Das Gastspiel beim krisengeschüttelten KFC Uerdingen fällt am Samstag aus Corona-Gründen aus. So ganz unrecht kommt dies der Härtel-Elf nicht. „Es geht darum zu regenerieren“, kündigte der Coach an. Die englischen Wochen haben das Lazarett anwachsen lassen. Viele Profis schleppen kleine oder größere Wehwehchen mit sich herum.

Neben den Langzeitverletzten Nils Butzen (Schambeinprobleme), Maurice Litka (Kreuzbandriss) und Max Reinthaler (Aufbautraining nach Sehnenanriss im Oberschenkel) fehlen weitere Schlüsselspieler. Zwei Lichtblicke gibt es für das Heimspiel gegen den SC Verl am 5. Februar (19.00 Uhr) aber. Jan Löhmannsröben und Bentley Baxter Bahn haben die Sperren nach ihren fünften Gelben Karten aus dem Spiel beim MSV Duisburg (2:1) abgesessen und dürften wieder in die Startelf rücken.