Dieses Tor hätte tatsächlich mehr Zuschauer verdient gehabt als die 1126, die sich am Sonnabend im Jahnsportpark zum Pokal-Viertelfinale zwischen dem BFC Dynamo und Lichtenberg 47 versammelt hatten. Ein Tor war das, das der Meister des Fallrückziehers, der ehemalige Nationalspieler Klaus Fischer, wohl kaum besser hinbekommen hätte. Der Schütze, Dynamos Solomon Okoronkwo, sagte nur so viel: „Ich bin volles Risiko gegangen, schön dass es geklappt hat. Bei Hertha habe ich früher im Training ein paar mal so getroffen. Aber noch nie in einem Spiel.“

Nicht nur wegen des Glanzstücks in der 57. Minute war der ehemalige Bundesligaprofi beim 3:0 des Regionalligisten gegen den Oberligisten der Mann des Tages. Schon in der 13. Minute hatte der 31-jährige Nigerianer getroffen, und damit beim Außenseiter, der im laufenden Wettbewerb mit Viktoria 89 bereits ein Regionalliga-Team ausgeschaltet hatte, schon mal ein paar ernsthafte Zweifel hervorgerufen. Und als Otis Breustedt mit dem Pausenpfiff das 2:0 gelang, war das Spiel eigentlich schon entschieden.

„Wir waren heute qualitativ nicht gut genug, das muss man so klar sagen“, gab Lichtenbergs Trainer Uwe Lehmann zu, während sein Gegenüber René Rydlewicz es fertigbrachte, in einem Satz sowohl seine eigene als auch die gegnerische zu loben: „Die Jungs haben sich in die Partie reingebissen und ein gutes Spiel gegen einen guten Gegner gezeigt.“

Ansprache des Überungsleiters

Unter Rydlewicz erlebt Okoronkwo in diesen Tagen seinen zweiten, manch ein Beobachter spricht auch von seinem dritten Frühling. Was wohl sehr mit der Ansprache des Übungsleiters zu tun hat, aber eben auch mit Okoronkwos Umschulung vom Angreifer zum Mittelfeldspieler. In der Zentrale kann er mit seiner Erfahrung noch mehr Einfluss auf das Spiel des BFC ausüben, aber eben auch bei Gelegenheit seine Qualitäten im Abschluss gewinnbringend einbringen.

Im zweiten Viertelfinale des Tages setzte sich Tennis Borussia im Mommsenstadion 6:5 im Elfmeterschießen gegen Tasmania durch. Ersatztorhüter Stephan Flauder hielt den letzten Elfer der Tasmanen. Die Gäste hatten sich durch ein Tor in Nachspielzeit zum 2:2 in die Verlängerung gerettet.