Ob Ritter Keule ins Stadion darf? Die Partie gegen den FC Bayern findet jedenfalls ohne Zuschauer statt.
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BerlinAuf der Homepage des 1. FC Union werden die Tage heruntergezählt bis der FC Bayern ins Stadion An der Alten Försterei kommt. Es ist ja etwas Besonderes, wenn die Spieler des Rekordmeisters ihre Stollenschuhe in Köpenick schnüren. Nun ist es aber so: Die Bayern kommen, und keiner darf hin, keine Zuschauer zumindest. Im Twitterkanal des Fußball-Bundesligisten waren am Mittwochabend Auszüge aus dem Offenen Brief zu lesen, den  Klubpräsident Dirk Zingler verfasst hat. 

Darin verteidigt er die Vorgehensweise seines Vereins bezüglich des Spiels gegen Bayern München.  In dem Offenen Brief an die Vereinsmitglieder skizziert der 55-Jährige die Abläufe bis zum Mittwoch. „Klar ist, unser Spiel gegen den FC Bayern München findet ohne Zuschauer statt“, schrieb Zingler hinsichtlich der Anordnung der Berliner Gesundheitsverwaltung und der Innenverwaltung, Veranstaltungen ab 1.000 Teilnehmer bis zum Ende der Osterferien abzusagen.

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"Ich bedaure sehr, Ihnen heute keine besseren Nachrichten überbringen zu können. Wohl niemand von uns hätte sich je ein Geisterspiel im Stadion An der Alten Försterei vorstellen können. Fußball ohne Menschen ist für uns kein Fußball. Ich wünsche uns allen, dass die nun getroffenen Maßnahmen möglichst schnell Wirkung zeigen und zu einer Eindämmung von Corona führen", führte Zingler aus.

Hygienemaßnahmen waren geplant

Das Spiel wird an diesem Sonnabend (18.30 Uhr/Sky) im Stadion An der Alten Försterei angepfiffen. Am Dienstag hatte es widersprüchliche Angaben gegeben, ob die Partie wegen der Ausbreitung des Coronavirus mit oder ohne Zuschauer über die Bühne gehen würde. Noch am Mittwochmorgen, kurz nach halb sieben, hatte Pressesprecher Christian Arbeit im Interview auf Radio eins von den geplanten Hygienemaßnahmen gesprochen und davon, dass im Bedarfsfall an den Eingängen bei Zuschauern auch Fieber gemessen werde – mit Thermoscannern. Er sagte aber auch: „Er ist klar, dass Lagen sich jederzeit verändern können.“

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Im Lauf des Mittwochs stellte sich dann heraus, dass die Thermoscanner im Sanitätskoffer bleiben können, weil die Partie vor leeren Rängen stattfinden muss. Der Klub habe laut Zingler am Montag Kontakt zu den zuständigen Landes- und Bezirksbehörden aufgenommen, um eine Einzelfallprüfung anzustreben. Dabei wurden auch „umfangreiche Vorkehrungen zur Prävention und zum Schutz unserer Besucher getroffen“, wie Zingler schreibt.

Neubewertung am Mittwochvormittag

Weiterhin habe er am Dienstagvormittag eine schriftliche Note von Bezirksbürgermeister Oliver Igel erhalten, in der ihm mitgeteilt wurde, dass der Stadtbezirk Treptow-Köpenick „derzeit keine Notwendigkeit für eine Spielabsage oder ein Geisterspiel“ sehe.

Die Neubewertung erfuhr Union dann laut Zingler am Mittwochvormittag über die Medien. „Auf Nachfrage informierte der Stadtbezirk Treptow-Köpenick durch Bürgermeister Oliver Igel mich mündlich darüber, dass die Lage nun anders bewertet und daher ein Zuschauerausschluss angeordnet werde. Diese Anordnung liegt uns seit heute Nachmittag schriftlich vor“, schreibt Zingler, der die Entscheidung begrüßt: „Natürlich hat für uns der gesundheitliche Schutz unserer Mitarbeiter und Stadionbesucher oberste Priorität.“