Führte zuletzt den VfL Wolfsburg ins internationale Geschäft: Bruno Labbadia.
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BerlinAnte Covic, 44, ist nur noch ein Trainer auf Zeit bei Hertha BSC. Nach der 0:4-Pleite am Sonntag in Augsburg, die den Absturz auf Rang 15 zur Folge hatte, sind sich die Klubbosse darüber einig, die Reißleine ziehen zu müssen. In den letzten Tagen führten die Verantwortlichen um Manager Michael Preetz, 52, viele Gespräche – und kamen noch zu keinem Entschluss. Gut möglich, dass am Sonnabend interimsweise Co-Trainer Harald Gämperle, 51, gegen Borussia Dortmund auf der Bank sitzt.

Klar ist nun zumindest, dass Wunschkandidat Niko Kovac nicht kommt. Der gebürtige Berliner, der einst seine Profilaufbahn als Spieler bei Hertha begann, will sich nach seinem kräftezehrenden Engagement beim FC Bayern zunächst bis Sommer ausruhen. Der 48-Jährige möchte zudem, so ist zu hören, als Patenonkel von Covics Sohn Maurice keinen engen Freund beerben.

Nun hat sich Hertha über den Berater nach einer grundsätzlichen Bereitschaft von Bruno Labbadia erkundigt. Darüber berichtete der Kicker zuerst. Die Informationen des Fachmagazins decken sich mit denen der Berliner Zeitung. Labbadia, der seinen auslaufenden Vertrag zum Saisonende beim VfL Wolfsburg nicht verlängerte, war schon im Mai ein Kandidat bei den Blau-Weißen.

Der 53-Jährige sei, so ist aus seinem Umfeld zu hören, vom Spielermaterial der Blau-Weißen angetan und sehe, auch infolge des Einstiegs des neuen Investors Lars Windhorst, 43, großes Potenzial.

Zwischen 2017 und 2019 war Roger Schmidt in Peking und gewann mit Guoan den chinesischen Pokal.
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Mit Labbadia im Rennen ist weiterhin auch Roger Schmidt, 52, der zwischen 2014 und 2017 Bayer Leverkusen coachte und bis Juli diesen Jahres in China bei Peking Guoan arbeitete.  

Das Dilemma, in dem Hertha steckt: Der Hauptstadtklub kann und will mit den neuen Millionen von Windhorst, der von einem „Big-City-Club“ träumt, groß denken. Einzig: Der Tabellenplatz und die missliche Entwicklung lassen das im Moment nicht zu. Auf der einen Seite will der Verein eine große Lösung, braucht zugleich aber auch einen Feuerwehrmann. Und eben dieser will Labbadia, der schon den HSV und Wolfsburg vor Abstiegen rettete, nicht mehr sein.

Für den gebürtigen Hessen, der mit seiner Familie weiterhin in Hamburg wohnt, käme deshalb nur ein längerfristiges Engagement infrage. Zuletzt sagte Labbadia dem 1. FC Köln ab.

Erteilen Labbadia und Schmidt den Charlottenburgern eine Absage, wäre auch eine kurzfristige Lösung mit dem neuen Windhorst-Berater und Aufsichtsratsmitglied Jürgen Klinsmann, 55, als Übergangstrainer denkbar.