BerlinZurück auf Anfang heißt es für die Berliner Profivereine, wenn ab kommendem Montag die Türen ihrer Sportstätten wieder vollständig für Fans geschlossen bleiben. Durften in den Stadien und Hallen der Stadt zuletzt zwischen 5000 (Hertha BSC und 1. FC Union) und 700 (Alba Berlin) Zuschauer zusehen, heißt die offizielle Zuschauerzahl nun für mindestens einen Monat erst einmal wieder: null.

Ein gewisses Verständnis für den neuerlichen Fan-Ausschluss, vor allem in Anbetracht der prekären Zahl von Neuinfektionen, zeigten alle Berliner Klubs. Michael Preetz, Manager von Hertha BSC, betonte in einer Klubmitteilung, „dass die Gesundheit der Allgemeinheit auch für uns stets im Vordergrund stand und weiterhin steht.“ Die Herthaner verzichten bereits beim Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg am kommenden Sonntag (18 Uhr) – und damit symbolisch einen Tag früher, als die neuen Maßnahmen greifen – auf Zuschauer, sie werden schon gegen die Niedersachsen vor leeren Rängen spielen. Dennoch äußerte sich Preetz auch ein wenig enttäuscht: „Es ist schade und schon auch ein wenig bedauerlich, dass wir die nächsten Spiele trotz unseres gut funktionierenden Hygienekonzeptes zunächst erst einmal wieder ohne Zuschauerinnen und Zuschauer austragen werden.“

In Köpenick, beim 1. FC Union, hielt man sich am Donnerstag mit einem Statement zurück, wollte erst einmal die finale Senatsentscheidung abwarten. Die Unioner hatten in den vergangenen Monaten wie kein anderer Fußballverein in Deutschland für Zuschauer im Stadion gekämpft, sogar eigene Ideen für das Gelingen von Großveranstaltungen während der Pandemie präsentiert, waren dafür aber auch harsch kritisiert worden. Medienöffentliche Veranstaltungen sagten die Eisernen am Donnerstag vorsorglich erst einmal ab.

Füchse Berlin hoffen auf 300 bis 800 Zuschauer

Existenzieller sind die Sorgen indes bei den Berliner Profiklubs, bei denen kein Fußball gespielt wird. „Ich halte die Entscheidung für schwierig, weil sie uns vor wirkliche Probleme stellt“, äußerte sich Bob Hanning, Geschäftsführer bei den Handballern der Füchse Berlin, zum Zuschauerverbot. „Vor allem, weil wir vorher gemeinsam mit der Politik gute Lösungen gefunden hatten und das Risiko maximal minimieren konnten.“ Vor dem Heimspiel gegen die HSG Wetzlar geht der Verein von den grundsätzlich erlaubten 300 Zuschauern aus, hofft aufgrund des guten Hygienekonzeptes sogar auf 800 Fans.

„Die Verschärfung der Einschränkungen trifft uns hart und verschlechtert die ohnehin schon angespannte finanzielle Situation noch einmal deutlich“, erklärte indes Kaweeh Niroomand, Geschäftsführer bei den BR Volleys und warnte: „Als Verein werden wir diese drastischen Maßnahmen nur für eine gewisse Zeit überstehen. Wir müssen sehen, dass nicht alles das, was wir in den letzten Jahren aufgebaut haben, in wenigen Wochen kaputtgeht.“ Niroomand ärgerte sich vor allem über die Ignoranz mancher Menschen in Bezug auf die Pandemie: „Wir haben die blöde Situation, dass genau die Leute, die sich an die Maßnahmen gehalten haben, für diejenigen zahlen müssen, die sich nicht daran gehalten haben.“

Etwas milder zeigten sich hingegen die Eisbären Berlin, obwohl beim DEL-Rekordmeister weiterhin der Saisonstart auf dem Spiel steht. Zumindest das MagentaSport-Vorbereitungsturnier ab dem 11. November ist nicht gefährdet. „Und eigentlich haben wir ja gewusst, dass da keine Zuschauer zulässig sind“, erklärte Manager Peter John Lee. Er hat die leise Hoffnung, dass zumindest ab Dezember einige Fans im Hohenschönhausener Wellblechpalast dabei sein dürfen. Optimismus ist dieser Tage Trumpf.