Basketballstar Giannis Antetokounmpo steht nicht allein mit seinem Protest. Das Wort Equality (Gleichberechtigung) ist jetzt Programm in der NBA. 
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BerlinSie gehen wieder ihrer Arbeit nach, die Basketballprofis der nordamerikanischen Liga NBA. Sie haben ihren Streik beendet. Ihr Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt in den USA aber hallt nach und wird weiter wirken. Nach außen auf die politischen Akteure, nach innen auf sie selbst, die Spieler. Sie haben erkannt, dass der Leitsatz nicht stimmt, mit dem sie in ihrem Job sozialisiert wurden. Sie begreifen, dass Profisport ganz und gar nicht unpolitisch ist.

Die NBA ist eine Art Großkonzern. Ihre Klubs haben im vergangenen Jahr einen Umsatz von 8,8 Milliarden Dollar erzielt und damit einen Rekord aufgestellt. Die insgesamt 30 Franchises und ihre spielenden Angestellten haben eine Strahlkraft, die selbst noch den letzten Winkel des Planeten erfasst. Sie sind eine wirtschaftliche und deshalb eine gesellschaftliche Größe und deshalb auch ein politischer Faktor.

Allein ein Star wie LeBron James von den Los Angeles Lakers kommt bei der Social-Media-Plattform Instagram auf eine Reichweite von 96 Millionen Menschen. Darin steckt ein Potenzial, das die meisten seiner Kollegen bisher vorrangig dazu nutzten, den persönlichen Marktwert zu steigern. Nun dürfte auch der letzte unter ihnen realisieren, dass sich weitaus mehr damit erreichen lässt. Oder wie Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks sogar meint: Weitaus Wichtigeres.

US-Präsident Trump irrt, wenn er sagt, der Protest in der NBA sei nicht gut für den Sport und für das Land. Das Gegenteil ist der Fall: Der Protest ist gut für die Liga, weil sie ehrlich zu sich und den Fans ist und nicht aus Gründen eines geschmeidigen Marketings so tut, als biete sie ihre Dienstleistung in einer erdfernen Umlaufbahn an. Der Protest ist außerdem gut für das Land, weil er der Rassismus-Debatte eine kräftige Stimme verleiht.