Sakhir - Großes Pech und kapitaler Fehlstart für Sebastian Vettel im Aston Martin, Max Verstappen lässt Lewis Hamilton keine Chance - und am Ende des Feldes gibt Mick Schumacher ein überzeugendes Debüt: Unter dem Flutlicht von Bahrain wurde das erste Qualifying der neuen Formel-1-Saison zur aufreibenden Angelegenheit. Verstappen sicherte sich die Pole Position für den Auftakt am Sonntag (17.00 Uhr MESZ/Sky) mit einer Dominanz, die sonst eher Hamilton zeigt.

Vettel: Schlimme Erinnerungen an Ferrari-Zeiten

Fast vier Zehntelsekunden nahm der Red-Bull-Pilot dem Rekordweltmeister im entscheidenden Moment ab, schon zuvor hatte er jede einzelne Trainingssession als Schnellster abgeschlossen. „Das Auto funktioniert richtig gut in diesem Jahr, das ist ein großartiger Start“, sagte Verstappen, der damit seinen Status als Geheimfavorit bestätigte – denn Mercedes hatte schon bei den Testfahrten geschwächelt. „Ich habe alles gegeben, was in mir und dem Auto steckte“, sagte Hamilton, „aber das hat heute nicht gereicht.“

Für Vettel wurden indes schlimmste Erinnerungen an die bitteren letzten Monate im Ferrari wach: Der Hesse hatte großes Pech im chaotischen ersten Abschnitt, schied aus und holte so nur Startplatz 18. Damit steht er eine Position vor Rookie Schumacher, der im unterlegenen Haas-Boliden aber das schaffte, was möglich war: Er hielt seinen Teamkollegen Nikita Masepin in Schach. Der Russe war es auch, der mit einem Dreher die für Vettel so folgenschwere Gelbphase ausgelöst hatte.

„Ich hatte gleich zweimal die gelbe Flagge, da ging dann nichts mehr“, sagte Vettel, „was drin gewesen wäre, ist schwer zu sagen, aber eine Sekunde schneller hätte ich wohl sein können.“ Damit hätte sich Vettel wohl im Bereich der Top 10 bewegt.

Die Rennkommissare sahen allerdings offenbar Hinweise, dass Vettel unter gelber Flagge nicht ausreichend verlangsamt hatte und strengten eine Untersuchung an. Am Sonntagmittag (11.30 Uhr MESZ) soll er mit seinem Team Stellung beziehen, eine weitere Rückversetzung in der Startaufstellung wäre möglich.

Der Haas-Bolide gehört zu den Schwächsten im Feld

Vettel und Teamkollege Lance Stroll, in der Quali letztlich Zehnter, waren schon im Training nicht in Schwung gekommen. Vettel kämpfte nach sechs Jahren im Ferrari zudem noch immer mit den neuen Bedingungen. „Bremsen, lenken, wie das Auto gefahren werden will“, sagte er schon vor der Quali: „Ich muss mich immer noch an ein paar Dinge gewöhnen.“

Ein Aufwärtstrend war allerdings durchaus zu erahnen, umsetzen konnte Vettel diesen dann aber nicht mehr. „Wir hatten einige Dinge verändert, das Auto fühlte sich direkt besser an“, so Vettel: „Wir sind nicht da, wo wir sein wollen, aber wir machen mit jedem Lauf Fortschritte. Die Lernkurve ist noch steil.“ Im Rennen soll nun eine Aufholjagd gelingen: „Wir sind schneller als Platz 18.“

Ob es für Schumacher von Rang 19 nach vorne gehen kann, ist fraglich. Seine Leistung ist hoch zu bewerten, weil er in keinem einfachen Umfeld lernt. Der Haas-Bolide gehört zu den schwächsten im Feld und ist entsprechend schwierig zu beherrschen. Schumacher kam allerdings gut zurecht, besser auch als Masepin - in jedem Training lag er vor dem Teamkollegen.

„Im Endeffekt bin ich recht happy mit dem Resultat“, sagte er bei Sky: „Wir wussten, dass nicht viel nach vorne geht. Dennoch waren wir recht nah dran.“

Und viel mehr scheint vorerst nicht drin. Teamchef Günther Steiner selbst hatte das angekündigt und schon vor der Saison den Welpenschutz ausgerufen. Haas, wie alle kleinen und mittelgroßen Rennställe, will 2022 von der Regel-Revolution profitieren und konkurrenzfähiger sein.