Radsportlegende mit großenm Ziel: Gustav Adolf Täve Schur, 89, will noch seinen 100. Geburtstag feiern.
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BerlinDas Radsport-Idol Täve Schur ist auch in der Krise unverwüstlich. Der 89-Jährige will seinen hundertsten Geburtstag noch schaffen. Auch wenn er seit einem Schwächeanfall nur noch selten auf dem Rennrad sitzt, fühle sich der zweimaligen Weltmeister und Friedensfahrtsieger bei Gartenarbeit und Gymnastikübungen immer noch agil. "Ich fühle mich aber weit jünger als 89 – und ich möchte nach wie vor hundert werden", sagte Schur der Thüringer Allgemeine und schob nach: "Auch in gefährlichen Zeiten."

Täve Schur zieht Vergleich zu Kriegszeiten

Er bezeichnete die derzeitige Situation als furchtbar. "Schlimmer war nur der Krieg, den ich als Junge miterlebt habe", sagte Schur und erwarte nach der Pandemie viele Antworten auf entscheidende Fragen: "Wie entsteht so etwas Gefährliches? Warum ausgerechnet in China? Warum wurden so viele Gesundheitssysteme, auch hier, dermaßen heruntergespart? Wer soll das nun alles bezahlen?"

Der immer noch in Heyrothsberge bei Magdeburg wohnende DDR-Sportstar und einstige Volkskammer-Abgeordnete, der später für die PDS im Bundestag saß, wünsche sich 2021 Olympische Spiele "im Sinne der Sportler".

Er selbst verpasste Tokio 1964. Bei der damaligen Olympia-Ausscheidung in Erfurt auf einer Autobahn rammte ein westdeutscher Radfahrer ihm vorsätzlich das Knie unter den Lenker. Der Sturz bedeutete das Aus und das Karriereende. Schur kennt den Namen des Sportlers, nennt ihn aber nicht. "Das gehört zu meinem Verständnis von Fairness."