Ein besonderer Fußballer: Keeper Rafal Gikiewicz.
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BerlinEinen neuen Job hat Rafal Gikiewcz laut Selbstauskunft gefunden. Wenn auch vorerst nur als Ferienjob. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter veröffentlichte der 32 Jahre alte Torsteher der Eisernen ein Video, das ihn als Bedienung in einem Eisladen zeigt. Auch da macht er keine schlechte Figur. Doch die Anzeichen verdichten sich, dass er tatsächlich kurz davor ist, einen neuen Arbeitgeber gefunden zu haben. Die Spür führt ins Schwabenland, genauer gesagt ins bayerische Schwabenland nach Augsburg.

Dort tanzten die Kicker des FCA am Sonnabend ausgelassen in ihren schwarzen „La Decima“-Shirts auf dem Rasen. Was Real Madrid 2014 sein zehnter Triumph in der Champions League war, ist für die Fuggerstädter bescheiden ihr Verbleib in der Bundesliga. Seit 2011 tummelt sich Augsburg jetzt in Deutschlands Eliteliga. Das zehnte Jahr in Folge liegt also hinter ihnen.

Was uns zurück zu Gikiewicz bringt. Dessen Abschied aus Köpenick steht ja seit Ende April fest, als Union das Angebot an den polnischen Schlussmann zurückzog und der daraufhin in den Medien ein wenig maulte. „Vom ersten Treffen an hatte ich nicht das Gefühl, dass der Klub seinen besten Spieler halten will. Das habe ich nicht verstanden“, sagte der Aufstiegsheld der Eisernen voller Selbstbewusstsein. Ein Selbstbewusstsein, das freilich nicht von ungefähr kommt, weil er sich in seiner Zeit in Köpenick eigentlich keinen groben Schnitzer erlaubte. Und natürlich ist sein Auftritt beim Derby gegen Hertha BSC im vergangenen November unvergessen, als er mit seinem entschlossenen Einschreiten gegen Union-Fans, die zum Platzsturm angesetzt hatten, Schlimmeres verhinderte. Ein Klassekeeper eben und ein Klassetyp.

Bei den Fuggerstädtern stellt es sich jedenfalls so dar, dass sie einen wie ihn gut gebrauchen können. Tomas Koubek, mit 7,5 Millionen Euro zweiteuerster Transfer in der FCA-Geschichte, sitzt seit dem 25. Spieltag nur noch auf der Bank. Auf Andreas Luthe, dessen beste Tage mit seinen 33 Lenzen vorbei sind, dürfte für die neue Spielzeit auch kaum was anderes zukommen, so es denn Gikiewicz wirklich in die Stadt der Puppenkiste zieht. Und Fabian Giefer spielte dort in der sich zu Ende neigenden Saison überhaupt keine Rolle mehr.

Nun also Gikiewicz, der ablösefrei gen Süden ziehen kann und erst mal eine große Lücke bei den Unionern hinterlassen wird. „Rafa war in dieser Spielzeit konstant. Darum gab es auch keinen Grund, an der Position zu wechseln“, klärte Trainer Urs Fischer in Sinsheim am Wochenende noch einmal darüber auf, warum Moritz Nicolas in dieser Saison so lange auf seine Chance warten musste und immer im Schatten des polnischen Schlussmannes gestanden hatte.