Ralf Rangnick war ehrlich. Die 0:2-Pleite in Dänemark? Ein noch glimpfliches Ergebnis für ihn und seine Österreicher. „Es hätte auch 4:1 oder 5:1 ausgehen können“, gab der neue Teamchef der ÖFB-Auswahl offen zu. Nach der anfänglichen Euphorie setzte es den nächsten Dämpfer, doch auch nach seiner zweiten Niederlage will Rangnick sich nicht aus der Ruhe bringen lassen.

„Wir haben heute zum ersten Mal über fast 90 Minuten nicht allzu viel von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben“, sagte Rangnick, ehe er nach nur einem Sieg aus vier Spielen resümierte: „Bei mir überwiegen eindeutig die positiven Erkenntnisse. Die Arbeit im Training und die Spiele haben gezeigt, dass wir auf einem richtig guten Weg sind.“

Das hatte seine Mannschaft vor allem bei den ersten drei Auftritten gezeigt. Erst das umjubelte Traumdebüt des Teamchefs beim 3:0 in Kroatien, zuletzt trotzten David Alaba und Co. Weltmeister Frankreich ein 1:1 ab. Nur gegen Dänemark kassierte Österreich bislang Niederlagen. Dabei hatte Rangnick nach dem 1:2 Anfang Juni noch jede Menge Lob für sein Team übrig gehabt.

Während seine Mannschaft beim ersten Vergleich laut Rangnick einen Punkt verdient gehabt hätte, musste nun auch der Coach einräumen, dass das Ergebnis dieses Mal „in Ordnung“ gehe. Taktisch sei man die schwächere Mannschaft gewesen, sei „immer wieder den einen oder anderen Schritt zu spät“ gekommen. Gegen Top-Teams müsse alles „bis ins kleinste Detail funktionieren“, betonte Rangnick. Deshalb sei „die Niederlage die logische Konsequenz“.

Und das war in Kopenhagen keineswegs der Fall, nur selten strahlte die Mannschaft Torgefahr aus, gleich vor der Pause setzte es den Doppelschlag durch den Wolfsburger Jonas Wind (21.) und Andreas Skov Olsen (37.).

Xaver Schlager fasste den enttäuschenden Abschluss vor der nun längeren Pause kurz und knapp zusammen: „Wenn man 0:2 verliert und nicht viele Chancen gehabt hat, kann nicht viel zusammengelaufen sein.“ Auch Bayern-Profi Marcel Sabitzer fand klare Worte: „Wir wirkten sehr müde, sie sehr frisch.“

Das muss sich in den kommenden Nations-League-Spielen ändern. Ralf Rangnick sieht dennoch keinen Grund zur Sorge. In der Kabine habe er seinem Team nach dem Abpfiff am Montagabend erst einmal gesagt, „dass die letzten vier Spiele gezeigt haben, was möglich ist“. Für die Partien in Frankreich und gegen Kroatien im September sei er daher zuversichtlich. Das gelte vor allem auch für das nächste große Ziel: die Qualifikation für die Europameisterschaft 2024.