Berlin - Schon am Donnerstag ist Herausforderer Oleksander Usyk, 34, stilistisch aufgefallen. Im Stadion von Tottenham Hotspur trug der ukrainische Boxer bei der offiziellen Pressekonferenz vor dem WM-Kampf gegen Anthony Joshua, 31, eine schwarz-gelb karierte Krawatte zum schwarzen Hemd, dazu eine hellorangefarbige Weste sowie ein dunkelorangefarbiges Jackett.

Ob er sich mit seinem Stil auch am Sonnabend beim Schwergewichts-Duell gegen den britischen Weltmeister (DAZN, 20 Uhr) absetzen kann, wird derzeit in der Boxszene diskutiert. Es geht in London um die Gürtel der vier namhaften Box-Weltverbände WBA, WBO, IBF und IBO.

Marco Huck traut Usyk den Sieg zu

Der frühere britische Cruisergewichts-Weltmeister David Haye sagt: „AJ schlägt Usyk sehr schlüssig nieder. Links, rechts, Jab, rechte Gerade, damit schlägt er Usyk zu Boden oder ganz aus dem Ring und dann ist es fertig.“

Der Berliner Marco Huck ist anderer Meinung. „Es gibt viele, die glauben, weil Joshua mehr Masse und eine größere Statur hat, gewinnt er. Ich aber glaube, das wird Usyk meistern.“

Joshua setzt seine vier Gürtel aufs Spiel

Wie stark Usyk ist, hat Huck vor vier Jahren in der Berliner Max-Schmeling-Halle zu spüren bekommen. Damals kämpften beide Boxer noch im Cruisergewicht. Damals hatte sich Huck auf seine Art tapfer gegen einen Mann gewehrt, der ihm überlegen war: technisch, taktisch, körperlich, konditionell. Gegen den perfekt ausgebildeten Olympiasieger von 2012 hatte der Straßenkämpfer keine Chance. Außer Leidenschaft konnte Huck dem muskelbepackten Strategen wenig entgegensetzen.

Nun fordert Usyk eine Gewichtsklasse höher den Mann heraus, der die Karriere von Wladimir Klitschko beendet hat. „Wir sind zwei Olympiasieger, die sich an die Spitze gekämpft haben und nie einer Herausforderungen ausgewichen sind“, sagt der Brite. „Der 25. September im Tottenham Hotspur Stadium in London steht, ich setze alle meine vier Gürtel aufs Spiel und es ist Zeit, meine Krone zu verteidigen.“