Neuer rassistischer Ausfall im russischen Fußball: Anhänger von Meister Zenit St. Petersburg haben in einem „Manifest“ schwarze und schwule Spieler abgelehnt. Zenit verliere seine Identität, wenn Fußballer aus anderen Regionen der Welt dort spielten, hieß es in dem Text, den der Fanclub Landskrona veröffentlichte.

Unerwünscht seien auch prominente Spieler der Moskauer Erzrivalen Spartak, Dynamo und ZSKA Moskau, hieß es in dem „Manifest“ weiter. Wer für den vom Staatskonzern Gazprom unterstützten Club auflaufe, dürfe keine Starallüren zeigen und weder rauchen noch trinken, forderten die Zenit-Anhänger. Erst im Sommer hatte Zenit für schätzungsweise 60 Millionen Euro den dunkelhäutigen Brasilianer Hulk verpflichtet. Der Verein lehnte den Forderungskatalog ab. Zenit sei stets für Toleranz eingetreten, sagte ein Clubsprecher am Montag der Agentur Itar-Tass.

Großes Rassismus-Problem

Im Ausrichterland der Weltmeisterschaft 2018 gibt es immer wieder rassistische Vorfälle wie Bananenwürfe gegen dunkelhäutige Spieler. Nazi-Symbole sind in vielen Fankurven allgegenwärtig. Anhänger von Spartak Moskau veranstalteten beispielsweise eine Choreografie zu Ehren von Adolf Hitler und immer wieder finden sich Transparente mit Aufschriften "Spartak ist nur für Weiße" oder "Affen haut ab" in den Blöcken.

Als im Dezember 2010 ein Fan des Hauptstadtclubs nach einem Streit um ein Taxi angeblich von einem Kaukasier getötet wurde, kam es zu schweren Ausschreitungen in Moskaus Innenstadt. Hooligans des Vereins machten Jagd auf alle, die nicht "slawisch" aussahen. Mehrere Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. (dpa/reb)