Frankfurt/Main - Borussia Dortmund steht nach den massiven Zuschauerausschreitungen im Bundesligaspiel gegen RB Leipzig vor harten Strafen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes fordert die Sperrung der Stadion-Südtribüne in einer Erstligapartie und 100.000 Euro Strafe. Einen entsprechenden Antrag hat das Gremium dem BVB am Freitag zugestellt.

„Eine derartige Verunglimpfung und Diffamierung von einzelnen Personen und Vereinen durch Transparente und Schmähgesänge ist nicht hinnehmbar und muss konsequent sanktioniert werden“, sagte Anton Nachreiner, Vorsitzender des DFB-Kontrollausschusses, zum Antrag seines Gremiums.

Massive Beleidigungen von den BVB-Fans

BVB-Anhänger hatten RB-Leipzig-Offizielle und den Verein insgesamt auf Spruchbändern und mit Gesängen massiv beleidigt und diffamiert. Es gab Bierbecherwürfe in Richtung Stadion-Innenraum, RB-Spieler waren mit einem Laserpointer irritiert worden. Ein Mitarbeiter eines TV-Senders war durch den Wurf mit einer Metallstange nur knapp einer Verletzung entgangen.

Gäste-Fans waren im Umfeld der Dortmunder Arena mit Gegenständen, unter anderem mit Steinen, beworfen worden. Es hatte zehn Verletzte gegeben. Auf die Vorfälle außerhalb des Stadions hat die DFB-Sportgerichtsbarkeit nach eigenen Angaben keinen Zugriff. Hier liege die alleinige Zuständigkeit bei staatlichen Stellen wie Polizei, Staatsanwaltschaft oder ordentlichen Gerichten.

Im Detail will der Kontrollausschuss auch den Widerruf der Strafaussetzung aus dem bisher letzten Urteil des DFB-Sportgerichts gegen Borussia Dortmund vom 8. Juli 2016 umgesetzt wissen. Bei diesem Urteil war ein Zuschauer-Teilausschluss für den Unterrang der Südtribüne bis zum 31. Mai 2017 auf Bewährung ausgesetzt. Sollte das DFB-Sportgericht dem Antrag des Kontrollausschusses folgen, könnte die sogenannte Gelbe Wand nun komplett frei bleiben müssen - zumindest bei einer Begegnung.

Beleidigende Banner im Fokus

Wieder im Fokus steht ein beleidigendes Banner im Bundesligaspiel des BVB in Leipzig am 10. September 2016; dies kommt ebenfalls zur Anklage. Weitere Vorfälle, so etwa beim BVB-Auftritt als Gast von 1899 Hoffenheim am 16. Dezember 2016 und am 19. Januar in Mainz, werden gleichfalls in die Ermittlungen einbezogen.

Der BVB hat bis zu diesem Montagmittag Zeit, um sich zum Strafantrag des DFB-Kontrollausschusses zu äußern. Stimmt der Verein dem Antrag zu, wird ein rechtskräftiges Urteil des DFB-Sportgerichts gefällt. Falls der BVB nicht zustimmt, muss das Sportgericht entscheiden. (dpa)